Anerkennung und Abholung.
#29 Un/vermittelt, Sommer 2013
Kunstvermittlung ist eine ambivalente Angelegenheit. Bei den sporadischen MuseumsbesucherInnen ist sie sehr beliebt, hilft sie doch über die Schwellen hinweg, die dem Kunstgenuss vorgelagert sind. Die KunstexpertInnen hingegen – das belegt erst kürzlich wieder die von Heike Munder und Ulf Wuggenig herausgegebene Studie Das Kunstfeld (Zürich 2012) – begegnen der Vermittlung tendenziell mit Verachtung. Denn sie stellt ihre ganze Hybris des reinen Wohlgefallens und der naturalisierten Bildung in Frage, ist nahezu persönlich empfundener Affront. Thomas Bernhards alter ego in Alte Meister etwa meint: Die „Lehrer würgen... mehr
Drei künstlerische Positionen: Un/vermittelt
Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.
Poster: Hans Haacke
Rückseite: Dagmar Höss und Astrid Hofstetter
Bildstrecke: nic
Radical Pedagogy innerhalb einer Kunstinstitution
Es liegt eine gewisse Ambiguität darin, das Konzept der radical pedagogy innerhalb einer Kunstinstitution zu denken; diese hat vor allem damit zu tun, dass das, was radical pedagogy bedeuten soll, nur sehr vage definiert ist. Wir werden in diesem Text zu zeigen versuchen, dass radical pedagogy in einem Museum – entgegen dem, was von den...mehrDer Raum spricht
Mit Kunstvermittlung wird gemeinhin das Sprechen über Kunst assoziiert. Dass der vermittelnde Akt jedoch nicht erst hier seinen Ursprung nimmt, wird niemand bestreiten. Er äußert sich nicht nur im Sprechen über das Objekt, sondern ebenso im Sprechen durch das Objekt. Jede Materialisierung, jede Übersetzung eines Gedankens in eine Form ist eine Vermittlungsleistung. Unter diesem Gesichtspunkt...mehr„… die Haltung ist entscheidend“
un/vermittelt im Gespräch mit Beatrice Jaschke (schnittpunkt) und Ezgi Erol (Planet 10)
Die Kunstvermittlung hat in den letzten zwanzig Jahren eine rasante Aufwertung erlebt. Die äußert sich nicht zuletzt im etablierten Substantiv, zuvor gab es schließlich nur Tätigkeiten wie „Führungen machen“. In der geografischen und milieuspezifischen Peripherie beliebt, ist die Vermittlung im Zentrum des Kunstfeldes aber schlecht angesehen und bleibt deshalb auch hinsichtlich Reputation, Prestige und nicht zuletzt Bezahlung strukturell weit hinter KunstproduzentInnen und KuratorInnen zurück. Und schließlich geht es nicht nur um die Steigerung des Ansehens, sondern darum, Inhalte rüberzubringen. Davon können auch politische AktivistInnen ein Liedchen singen, mit Strophen etwa zur Verständlichkeit der Sprache, den richtigen Bildern und der Repräsentation überhaupt.
