Formal nicht fehlen!

#13 formal sinnvoll, Herbst 2008

„Wenn weder das Bauhaus noch Lenin sich durchsetzen konnten und Ästhetik weder in Gestaltung aufging noch zur Ethik der Zukunft wurde, was kann man dann mit ihren Resten noch anfangen?“ fragt Diedrich Diederichsen in seinem aktuellen Buch Eigenblutdoping. Diederichsen schlägt vor, sich wieder mehr auf den Gegenstand zu konzentrieren. Und er betont dabei, dass Kunst immer auf einer willkürlichen Behauptung darüber beruht, was sie selbst ist. Eine Behauptung, die sich nur mittels Macht als gültig durchsetzen lässt. Welche Rolle nun die Form innerhalb dieser Durchsetzung spielt, danach fragt diese Ausgabe... mehr

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Drei künstlerische Positionen: formal sinnvoll

Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen. Ausgewählt und zusammengestellt von Nora Sternfeld, Eva Dertschei und Carlos Toledo in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen. Poster: Malena Garavaglia Kimberg Rückseite: Public Space With A Roof (PSWAR) Bildstrecke: Ângela Ferreira Die Bildstrecke dieser...mehr

Formen der Politik

Im Kontext des neuen residency-Programms des Nordic Institute for Contemporary Art (NIFCA) (www.nifca.org/2006/) fand Anfang Juni 2006 ein zweitägiges Seminar zum Thema Social Perspectives on Architecture and Design statt. Eine Frage, die immer wieder aufkam, war die nach der komplexen Beziehung zwischen Gesellschaft, Politik, Design und Architektur. Ich habe mich seit langer Zeit mit diesem...mehr

Schriften politisieren

Buchstaben sind die kleinste Form des (Grafik-)Designs. Schriftgestaltung erlebte im Neoliberalismus durch das Aufkommen der Corporate Identity (Logos etc.), die Mitte der Neunziger sogar öffentliche Institutionen flächendeckend erreichte, eine Überbewertung. Immer mehr wurde auf diese kleinsten ästhetischen Zeichen Wert gelegt. Die „Schriftindustrie“ wirbt mit Slogans wie „Sprache wird durch Schrift erst schön“. EndverbraucherInnen entscheiden sich...mehr

Möglichkeiten in den Raum setzen …

formal sinnvoll im Gespräch. Mit Gabu Heindl

Diese Ausgabe des Bildpunkt beschäftigt sich mit historischen und gegenwärtigen Aspekten einer künstlerischen Praxis, die ihre Gestaltungs-Skills in den Dienst politischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge stellt. In Design, Architektur und angewandter aber auch bildender Kunst wird die These diskutiert, ob oder inwiefern es nicht wieder angesagt ist, die Form auf ihren Sinn, also auf das vorausgehende Motiv des Gestaltens hin zu befragen.

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Der soziale Formalist

Eine Verdichtung der politischen Geschichte findet sich in den Formen selbst eingeschrieben und spürt das auf, was man als Ideologie der Form bezeichnet. Bei Tilo Schulz ist die persönliche Komponente des Zusammenlebens mit diesen Ideologien [als in der DDR aufgewachsener Künstler, Anm. d. Red.] hinter formalen und ästhetischen Schichten verborgen, deren Bedeutungsproduktion sich dann durch...mehr

Form und Sinn im Museum. Otto Neurath aktualisieren

Was ist eine Ausstellung? Mit dem Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum beantwortete Otto Neurath diese Frage im Roten Wien in einer Weise, die mit damaligen wie heutigen musealen Konventionen und Vorstellungen brach. Eine Ausstellung hatte ihm zufolge nämlich weder mit der Präsentation künstlerischer Arbeiten noch mit der Zurschaustellung pretiöser, kurioser Objekte zu tun. Eine Ausstellung sollte vielmehr...mehr

Does Form Matter? – Ist die Form von Bedeutung? Trenton Oldfield und Deepa Naik

Diese Frage, dieses Thema, war nicht nur der Fokus verschiedener Kommentare von Platon, Aristoteles und vieler der MeisterdenkerInnen der großen Religionen, sondern auch, etwas gegenwärtiger und wahrscheinlich vorhersehbarer Weise, von postmodernen DenkerInnen mit ihrem Interesse am Formlosen. Diese Debatten waren, kurz gesagt, mit dem Innen und dem Außen, dem Gebrauch und der Nützlichkeit, der Zeitlosigkeit,...mehr

Museums-FORMatierung

Gehen wir davon aus, dass die Aufgabe von Museen nicht nur das Bewahren eines kulturellen Erbes sein kann, sondern die Reflexion der – auch eigenen – Geschichte im Kontext der Gegenwart, und damit eine substanzielle Auseinandersetzung mit Themen der Zeit. Welcher struktureller Änderungen bedarf es dann, um solchen Aufgaben besser zu begegnen, und welche Formen...mehr

formal sinnvoll in Buch und Netz

Markus Degerman (Hg.): Social Perspectives on Architecture and Design, Helsinki 2006 (NIFCA, Nordic Institute for Contemporary Art). http://www.nifca.org/PDF/Projects/SPAD_publication/SPAD.pdf Andreas Dorschel: Gestaltung – Zur Ästhetik des Brauchbaren, Heidelberg 2003 (Universitätsverlag Winter). Frank Hartmann: Sprechende Zeichen. Otto Neuraths revolutionäre Methode der Bildpädagogik, http://ezines.onb.ac.at:8080/ejournal/pub/ejour-97-II/neuemed/neurath.html#universal Jacques Rancière: Die Fläche des Designs, in: ders: Die Politik der Bilder, Berlin 2005...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

Repression gegen TierrechtsaktivistInnen in Österreich

Am Mittwoch den 21. Mai gegen 7 Uhr in der Früh stürmten Spezialeinheiten der Polizei, teilweise mit der geladenen Waffe im Anschlag, 23 Wohnungen und Büros in Wien, Salzburg, Innsbruck und Graz. Die Haus- durchsuchungen, bei denen Computer, Handys sowie diverse Unterlagen beschlagnahmt wurden, richteten sich gegen AktivistInnen der Tierschutz- und Tierrechtsszene aus Österreich, Luxemburg...mehr

Kunst im öffentlichen Raum: Tirol

Das Goldene Dachl und ein Heuschober im nahe beim Brennerpass gelegenen Vals haben etwas gemeinsam: Die Dächer des spätmittelalterlichen, repräsentativen Erkers (Wahrzeichen der Landeshauptstadt Innsbruck) und des alpinen Zweckbaus sind beide mit Schindeln gedeckt. Aus dieser Tatsache entwickelte die seit 2001 bestehende KünstlerInnengruppierung plattform kunst~öffentlichkeit im Vorjahr das Projekt trans~fair. Anhand des Tausches einer Schindel...mehr