What a feeling!

#30 what a feeling!?, Herbst 2013

Schon klar: Affekt ist nicht gleich Emotion. Affiziert zu werden meint nicht nur, gefühlsmäßig berührt oder geschockt zu sein. Beim Affekt hat man es mit körperlichen Prozeduren zu tun, mit der Geschichte von Körpern und in ihr entstehenden, auch plötzlichen und unerwarteten Möglichkeiten. Der Affekt ist kollektiv, im Affekt, so der Philosoph Brian Massumi, „sind wir niemals alleine“. Im Gefühl schon eher. What a feeling! – dreißig Jahre nach Flashdance schien uns diese Verkürzung im Titel dennoch legitim.

Es geht in dieser Ausgabe des Bildpunkt um die Frage nach... mehr

Beitrag teilen

Drei künstlerische Positionen: what a feeling!?

Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Poster: Karin Michalski
Rückseite: Sandra Monterroso
Bildstrecke: Muhammed Mustafa Syed

mehr

Auf der Suche nach dem verlorenen (Zeit-)gefühl

In einem Interview formulierte Hal Foster 2004 seine Kritik an einem Trend in der aktuellen Kunst, den er ironisch als „the trouble of walking into art“1 bezeichnete. Erste Spuren dieser Entwicklung meinte er dort, waren jedoch bereits im Minimalismus der 1960er Jahre anzutreffen, als sich Körper und Raum zu signifikanten Größen für die Kunst zu...mehr

Was bringt Affekt zum Ausdruck?

„Die Welt existiert nicht jenseits ihres Ausdrucks.“
Gilles Deleuze, Die Falte

mehr

„… kein Denken ohne Affizierung, geschweige denn ein kritisches.“

What a feeling! im Gespräch mit Brigitta Kuster und Karl Reitter

Nach Jahren rationalistischer Durchdringung sind jetzt die Gefühle wieder dran: Nicht mehr ganz so authentisch wie früher, aber doch die Sinne betreffend und so manche Erschütterung hervorrufend, scheinen die emotionalen und affektiven Ebenen von Kunstproduktion und -rezeption neue Bedeutung zu erlangen. Auch im politischen Feld sind Wut und Empörung zu festen Größen sozialer, manches Mal sogar emanzipatorischer Mobilisierung geworden. Das Ganze geht, nicht zuletzt dank schlechthin aufgewerteter Theorie, nicht ohne avancierten Diskurs um die Affekte ab. Eröffnet Spinozas Affekt als Affizieren und Affiziertwerden eine Erweiterung der analytischen Perspektiven? Und führt sie politisch in Widerstandsstrategien gegen soziale Ungleichheit und Gleichgültigkeit oder doch zu Gefühlsduselei?

mehr

Mich laust der Affekt, und Deleuze hat einen Film laufen

„Wut-Duell im ORF“ titelte eine Wiener Gratiszeitung, als Kanzler Faymann in einer TV-Debatte zur Nationalratswahl etwas lauter geredet hatte. Keine Angst, es geht nun nicht um jüngste Wahlkämpfe, sondern zunächst um Wut. Einen „SciFi-Actionfilm für Wutbürger“ nannte das kostenpflichtige Schwester-Hetzblatt der Gratiszeitung den im August gestarteten Elysium. Abgesehen von politischen Meriten und Schwächen dieses Cyborg-...mehr

Unter die Haut gehen: Affekt und Sorge in kollektiver Organisierung

Was macht Affekt in sozialen Bewegungen und Organisierungsprozessen aus? Im letzen Jahrzehnt bestand ein gewisser Hype um einen Affektbegriff, der primär von körperlichem Prickeln und high-speed Interaktionen ausging, oder die wachsenden Dienstleistungsindustrien der ersten Welt als Kontexte vermeintlich neuer und revolutionärer Beziehungsformen vorzog. Jenseits dieser Optionen fragen wir hier bescheiden nach der Rolle von Affekt,...mehr

Die Geister der Vergangenheit

In Orson Welles’ Citizen Kane (1941) wird der reichste Mann der Welt, Charles Foster Kane, von einem ganz unscheinbaren Gegenstand völlig aus der Fassung gebracht: einer kleinen Schneekugel, die Kane in dem Zimmer seiner Frau findet, nachdem sie ihn nach einem bitteren Streit überstürzt verlassen hatte. Doch wieso übt dieser wertloser Kitsch eine geradezu magische...mehr

Bindung durch Glauben: Von nervösen zu glücklichen Nationen

Wie gehen wir Bindungen durch Glauben ein? In meinem Buch The Cultural Politics of Emotion (2004) ging ich der Frage nach, inwiefern die Sprache des Faschismus in einer Sprache der Liebe geschrieben ist. Liebe wird zur primären Eigenschaft für Bindungen gemacht, zu dem, was Individuen zum Faschismus motiviert: „Wir hassen Fremde weil wir unser Land...mehr

What a feeling! im Buch

Marie-Luise Angerer: Vom Begehren nach dem Affekt. Berlin 2007 (diaphanes). Manfred Clemenz: Affekt und Form: Ästhetische Erfahrung und künstlerische Kreativität. Gießen 2010 (Psychosozial-Verlag). Antje Krause-Wahl, Heike Oehlschlägel und Serjoscha Wiemer (Hg.): Affekte: Analyse ästhetisch-medialer Prozesse. Bielefeld 2006 (transcript Verlag). Brian Massumi: Ontomacht: Kunst, Affekt und das Ereignis des Politischen. Berlin 2010 (Merve Verlag) Michaela Ott:...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

„Sowohl die Festplattenabgabe als auch die Definition der Privatkopie verweisen in die analoge Vergangenheit“

Die Diskussion um die Festplattenabgabe: Worum geht’s und was wären Alternativen? Sylvia Köchl im Gespräch mit Dominic Huah.

Die Festplattenabgabe ist eine logische Ergänzung der Leermedienabgabe, meinen die einen: Schließlich kopiert heute niemand mehr analog und kaum mehr auf CDs oder DVDs, sondern eben auf die Festplatte. Die anderen sagen, die Festplattenabgabe stehe synonym für ein analoges Denken im Urheber_innenrecht, in dem Digitalisierung wenig mehr heißt als das Vervielfältigen mit anderen Mitteln. Die...mehr

Ein Büro für Prekarisierungsangelegenheiten

Komm vorbei und bringe deine Fragen und Erfahrungen zu Arbeit, Migration und Krise!

Mit dem prekären Büro eröffnen wir einen Raum, in dem wir uns gegenseitig über arbeits- und migrationsbezogene Fragen Rat geben sowie Selbstorganisierungspraktiken diskutieren und entwickeln. Diese Initiative geht von verschiedenen Leuten aus, von denen manche im PrekärCafé, in Juventud Sin Futuro / Marea Granate Vienna oder Solidarity4All organisiert sind. Als ArbeiterInnen und oftmals MigrantInnen wollen...mehr

Schon von undok gehört?

Kontinuierliche gewerkschaftliche Unterstützung für undokumentierte Arbeitnehmer_innen in Sicht

„Lohnarbeit von Migrant_innen ohne Aufenthalts- und/oder Arbeitspapiere ist unsicher, schlecht bezahlt und gefährlich. Wir sprechen dabei von undokumentierter Arbeit“, heißt es im Editorial der von der Arbeiterkammer Wien und dem Arbeitskreis undokumentiert arbeiten herausgegebenen Broschüre „Arbeit ohne Papiere, … aber nicht ohne Rechte!“. Auch wenn Personen ohne EU-/EWR-Pass vielfach vom formellen Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind und...mehr