In die Parade fahren.
#27 Eventisierung, Winter 2012
In diesem Jahr schien Wien mit der besonderen Ballung eines bestimmten Veranstaltungsformats gesegnet: Vienna Fashion Week, Vienna Design Week, Wienwoche, sie alle führten dazu, dass wir diese Ausgabe beinahe Los Wochos im Kulturbetrieb genannt hätten. Wäre da nicht ein globaler Trend, in den sich die Wochen der kreativen Gestaltung einfügen und der letztlich doch mehr als das Kalauern erfordert. Seit sich die städtische Politik als Wettbewerbseinsatz versteht, der in der globalen Standortkonkurrenz möglichst hohe Aufmerksamkeitswerte erzielen muss, haben zeitlich begrenzte, möglichst auffällige und... mehr
Drei künstlerische Positionen: Eventisierung
Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.
Poster: Nils Norman Rückseite: Guerrilla Girls Bildstrecke: Wiebke Grösch / Frank Metzger Die Bildstrecke zeigt Auszüge der fotografischen Recherche A Village in the City, Disappearing von Wiebke Grösch und Frank Metzger. Ausgangspunkt ist das erste Olympische Dorf der Neuzeit, das 1932 innerhalb von drei Monaten in Los Angeles erbaut wurde und nach einem Monat fast...mehrDie Stadt als Event
Historisch betrachtet bestand immer eine starke Wechselwirkung zwischen der Produktion kultureller Symbole und der Produktion urbaner Räume. Es sind vor allem Städte, in denen Kultur und Events hergestellt und konsumiert werden. Bereits in den 1960er Jahren sprechen die SituationistInnen von der „Kolonisierung“ des Alltagslebens und der Freizeit durch die warenförmig vermittelten Formen des kapitalistischen „Spektakels“:...mehrFrage nicht was, deine Marke für dich tut, sondern frage, was du für deine Marke tun kannst
„Ob OTTO, Nivea oder Tchibo, Marken sind aus dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Eine Marke ist der gute Name, der entsteht, wenn viele Menschen auf Dauer ähnliche positive Vorstellungen mit einem Angebot verbinden. Auch Hamburg ist eine Marke. Dies erkennt man daran, dass Menschen in aller Welt bestimmte positive Vorstellungen von der Metropole haben. Die...mehr„… im Zweifelsfall ist eine Besetzung dem Event vorzuziehen“
Eventisierung im Gespräch mit Yvonne P. Doderer und Thomas Diesenreiter
Bildpunkt: Eventisierung beschreibt grundsätzlich eine Fokussierung auf Ereignisse. Der sicherlich etwas schillernde Begriff wird vor allem in Bezug auf Stadtpolitik(en) und das Feld der Kultur verwendet. Allerdings werden so unterschiedliche Ereignisse wie Kunst-Biennalen, der Berliner „Karneval der Kulturen“, Bezirksfeste und Veranstaltungen darunter gefasst, die, wie etwa Design-Wochen, im Grunde Verkaufsmessen sind. Eine zentrale gemeinsame Dynamik...mehrParti Parti Zipativ
Bei meinem ersten Film kam mir das schon ein bisschen verdächtig vor. Warum sollte ich, der ja nie einen Film gedreht hatte, jetzt einen drehen. Wie wird ein Film gedreht? Zuerst überlegst du dir, worüber du drehen willst. Dann schreibst du ein Drehbuch. Warum soll ich ein Drehbuch schreiben, wenn ich doch nur die Menschen...mehrDie documenta als Event
Wer die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen will, muss zunächst den entsprechenden Einbürgerungstest bestehen. Im hessischen Integrationstest gibt es – neben allgemeinen Fragen nach den Farben der deutschen Nationalflagge, Prinzipien des Sozialstaats, Grundpfeilern des Presse- und Demonstrationsrechts – sehr aussagekräftige Fragen unter der Rubrik Kultur und Wissenschaft. Die zukünftigen Deutschen müssen z.B. den Namen des bekanntesten Bildes...mehrDie Ironie der Biennalisierung
In den letzten Jahrzehnten ist es zu einer regelrechten Biennalisierung des Kunstfelds gekommen. Heute existieren weltweit, je nach Zählung, 100 bis 150 Biennalen. Diese Biennalisierung spielt unmittelbar hinein in die Politik. Da wäre zuallererst natürlich die Lokalpolitik, für die Biennalen und ähnliche Großveranstaltungen – wie etwa die Europäischen Kulturhauptstädte – zu einem effizienteren Stadtmarketing beitragen....mehrBabels Inkohärenzen
Festivalisierung und soziale Ungleichheit
In Mexiko-Stadt leben 263 000 Indigene aus mehr als 30 ethnischen Gruppen. Teilweise organisieren sie ihre Angelegenheiten und Stadtteile, ihre Solidaritätsnetzwerke und ihre Konflikte, ihre Geschäfte mit dem Staat und den FreundInnen, als wären sie nach wie vor in Puebla, Oaxaca oder Guerrero. Aber man muss nicht indigene/r MigrantIn sein, um mit der Besonderheit der...mehrEventisierung im Buch
Uwe Altrock, Ronald Kunze, Gisela Schmitt, Dirk Schubert (Hg.): Jahrbuch Stadterneuerung 2011: Schwerpunkt „Stadterneuerung und Festivalisierung“. Beiträge aus Lehre und Forschung an deutschsprachigen Hochschulen. Berlin 2011 (Verlag Technische Uni Berlin). Gregor Betz / Ronald Hitzler / Michaela Pfadenhauer (Hg.): Urbane Events. Erlebniswelten. Wiesbaden 2011 (VS Verlag für Sozialwissenschaften). Oliver Marchart: Hegemonie im Kunstfeld. Die documenta-Ausstellungen...mehrKunst- und Kulturpolitik
Widerstand gegen Gratis-Arbeit
Kunst- und Kulturproduzent_innen in Tschechien fordern ein Ende der Ausbeutung.
Am 26. August 2012 veröffentlichten sieben Künstler_innen und Kurator_innen aus dem Bereich der bildenden Kunst einen Aufruf gegen den impliziten und expliziten Zwang zur Gratisarbeit von Kunst- und Kulturproduzent_innen in zahlreichen tschechischen Kunst- und Kulturinstitutionen. Inzwischen wurde der „Call Against Zero Wage – Výzva proti nulové mzdeˇ“ bereits von über 100 Betroffenen und Sympathisant_innen unterzeichnet.
mehrDie Bleibeführer_in
Ein Handbuch zur (Selbst-) Inklusion
In Kooperation mit Wiener Kulturproduzent_innen und Flüchtlingen in Wien wurde im Herbst 2012 eine Bleibeführer_in für Flüchtlinge und Asylwerber_innen in Wien produziert, die während des Kulturprojekts WIENWOCHE (21. September bis 7. Oktober 2012) verteilt und im Planet 10 präsentiert wurde.
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