Mit Kunst leben.

#26 übers Geld reden, Sommer 2012

„Sollte aber Kunst wirklich nur als alternative Anlage des Vermögens gesehen werden?“, fragt sich die Sotheby’s Austria Direktorin Andrea Jungmann in der Zeitschrift Geld & Leben. Aber nein! Denn Kunst „hat einen viel größeren als den finanziellen Wert“, heißt es in ihrem Artikel unter der Überschrift „Kunst als Investment“ in der Kundenzeitung der Volksbank (1/2012). Und worin besteht der Mehrwert der Kunst? Das kann man natürlich nicht so genau wissen, es sei denn man ist Kunstsoziologin – oder Investor: „Wer schon einmal mit Kunst gelebt hat“, heißt es in Geld & Leben... mehr

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Drei künstlerische Positionen: übers Geld reden

Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Poster: Andreas Leikauf Rückseite: Fran Ilich Bildstrecke: Carla Bobadilla Die Bildstrecke zeigt Fotografien von Carla Bobadilla. Sie bat Straßenverkäufer_innen in Chile T-Shirts mit der Aufschrift Creativity is our Hope anzuziehen und darin ihre gewohnten Arbeitsabläufe zu verrichten. Bobadilla bezeichnet die Fotos als Dokumentationen von Performances. Die Protagonist_ in nen sind Teil einer inoffiziellen Wirtschaft, in...mehr

Über die Erfindung des Geldes

Ich möchte im Folgenden der gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskussion zur Frage des Geldes ein paar Hintergründe liefern, dann meine eigene Position erläutern und schließlich aufzeigen, wie eine tatsächliche Debatte auszusehen hätte.* Zunächst zur Geschichte: Adam Smith stellte in Der Wohlstand der Nationen die These auf, dass, nachdem in der menschlichen Gesellschaft die Arbeitsteilung aufgetreten war, die...mehr

Widersinne der Ökonomie – aus der Perspektive einer feministischen utopischen Wahrscheinlichkeit.

Ein schöner Einstieg in das Thema Ökonomiekritik aus feministischer Perspektive ist Ursula K. Le Guin’s Satire zur Ökonomie als Wissenschaft und Realitätsmechanismus, hier aus Sicht des außerirdischen Reisenden beim ersten Besuch auf der Erde: He must not dismiss as ridiculous what was, after all, of tremendous importance here. He tried to read an elementary economics...mehr

„… die Ökonomisierung der Gesellschaft auch in der Kunst zu politisieren …“

Übers Geld reden im Gespräch mit Gabriele Michalitsch und Pascal Jurt

Geld, „das allgemeine Äquivalent aller Waren“ (Marx), ist im Kontext der Finanzkrise erneut zum Thema für soziale Bewegungen geworden: die so genannte Vernichtung des Geldes, seine falsche Umverteilung, das Geld als „das ‚Geltende’ schlechthin“ (Georg Simmel), also als etwas, das kulturell normierend wirkt. Im Kunstfeld ist es, den hier herrschenden Normen entsprechend, häufig noch immer ein Tabu, finanzielle Angelegenheiten zu thematisieren. Und das, obwohl prekäre Arbeitsverhältnisse und unklare Abgeltung von Arbeit an der Tagesordnung sind. Höchste Zeit also, übers Geld zu reden.
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A.E.I.O.U. – Glückliches Österreich, rede!

„Die Ungunst der äußeren Verhältnisse beschwört die Frage nach der Gunst des Schicksals herauf, und die Zahl der Automaten, die für ihre Beantwortung sorgen, ist der Heftigkeit der Krise direkt proportional“, schreibt Siegfried Kracauer 1931 unterm Titel Glück und Schicksal über Berliner „Glücksspekulanten“ und ihre Automatensalons. Das Glück ist ein Vogerl: Mit diesem Wienerlied endet...mehr

Sick Sad Life – zur künstlerischen Reproduktion des Kapitals

„Auf der Photographie sozusagen, sieht das Kapital immer bloß wie Geld aus.“1 Die Enttäuschung, die in Alfred Sohn-Rethels Formulierung mitschwingt, ist nur allzu verständlich. Sind doch Versuche, das Kapital künstlerisch gegenständlich zu fassen – und das in Sohn-Rethels Beispiel aus den frühen 1970ern im scheinbar vertrauenswürdigsten Bildmedium –zum kläglichen Scheitern verurteilt. Das Kapital ist als...mehr

Spekulative Sachen

Dieser Text enthält Auszüge einer Recherchearbeit, die das Verhältnis zwischen der Ausdehnung der Kategorie „Kunst“ und der Ausdehnung der Wertform in den jüngsten Entwicklungen des gesellschaftlichenund ökonomischen Lebens aufzuzeigen versucht. Um diese Verbindung herzustellen, stützt sich die Autorin auf den Doppelsinn der Spekulation: als kreativer Gedanke und als finanzielle Spekulation.

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„We make art not money!“

Der Wert von „Kunst“ steigt – zumindest als symbolisches Kapital für die Bereiche Lifestyle, Mode, Tourismus bis hin zur Stadtentwicklung. KünstlerInnen interagieren mit Communities jenseits klassischen „Kunstpublikums“ – nicht zuletzt dank neuer digitaler Möglichkeiten und öffentlicher Räume. Mit der steigenden Aufmerksamkeit für aktuelle Kunst-Praktiken geht jedoch kaum Einkommenszuwachs einher, da eine einträgliche Perspektive für professionelle...mehr

Übers Geld reden im Buch

Christine Bauhardt und Gülay Çag˘lar(Hg.), Gender and Economics. Feministische Kritik der politischen Ökonomie. Wiesbaden 2010 (VS Verlag). Christina von Braun, Der Preis des Geldes. Eine Kulturgeschichte. Berlin 2012 (Aufbau Verlag). David Graeber, Schulden. Die ersten 5000 Jahre. Stuttgart 2012 (Klett-Cotta Verlag). Marc Jongen(Hg.), Der göttliche Kapitalismus: Ein Gespräch über Geld, Konsum, Kunst und Zerstörung mit...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

„Zwei Glücksmomente, ein Augenzwinkern und ein Lächeln pro Stunde“

Journalismus-Gewerkschafterin Judith Reitstätter im Interview mit Vina Yun

Bildpunkt: In den letzten Jahren haben prekäre Jobs und Gratisarbeit im Journalismus stark zugenommen. Welche Gründe sind ausschlaggebend für diese Zunahme unsicherer Arbeitsverhältnisse? J.R.: Die Gründe dafür sind vielfältig. Unternehmerseitig wird und wurde in den vergangenen Jahren viel Geld im Medienbereich vernichtet, z.B. im Gratiszeitungsbereich. Als Gratiszeitungen in Österreich noch ein junges Medium waren, ging...mehr

Die Kunst.Spinne

Ein burgenländisches Netzwerk von Künstlerinnen und kulturschaffenden Frauen wurde gegründet

Am Anfang stand eine Frage: „Braucht das Burgenland mehr Frauen im Kunst- und Kulturbetrieb?“ Am Beispiel des Kultur-Aktionszentrums Cselley Mühle in Oslip/Uzlop schrieb ich als angehende Jazzkomponistin darüber meine Bachelor-Arbeit. Leider gibt es in der Geschichte der Cselley Mühle kaum Frauen auf der Musik-Bühne. Und das Programm wurde von jeher von Männern gestaltet. Wie daran...mehr