Wofür stehst Du?

#25 dass etwas geschieht, Frühling 2012

Die feministische Kunsthistorikerin Linda Nochlin hatte 1999 einige ihrer Aufsätze unter dem programmatischen Titel Representing Women zu einem Buch zusammengefasst. Einen eindeutigen Vertretungsanspruch erhob sie damit nicht. Vielmehr erläuterte sie einleitend, dass die Vielzahl der behandelten Themen auch die Vielfalt der Kategorie „Frau“ zum Ausdruck bringen und gleichsam darauf zielen würde, sie zu de-essenzialisieren. Die Aufsatzsammlung stellte also den Versuch dar, zu repräsentieren, ohne festzuschreiben, zu vereinheitlichen und auszugrenzen. Repräsentation – Darstellung, Vorstellung,... mehr

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Drei künstlerische Positionen: dass etwas geschieht

Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Poster: Igor Grubić Rückseite: Marika Schmiedt Bildstrecke: Ultra-red Die Bildstrecke ist diesmal vom Soundkollektiv Ultra-red (Manuela Bojadzijev, Ceren Türkmen & Dont Rhine) und erweitert den Bildpunkt um eine Audioebene. Die Arbeit mit Protokollen ist aus dem Kontext politischer Forschungsarbeiten von Ultrared an unterschiedlichen Orten und zu verschiedenen Themen wie etwa HIV/Aids, Rassismus oder Armut entstanden....mehr

Occupy – Exodus der Beliebigen aus der juridischen Demokratie

Wir sind es in den „westlichen“ Demokratien gewohnt, zwischen zwei komplementären Formen dieser „Volksherrschaft“ zu unterscheiden: zwischen der repräsentativen und der direkten Demokratie. Sie gelten als die beiden Formen zur Realisierung der so genannten Volkssouveränität. Politische Repräsentation allein erscheint als nicht ausreichend, die BürgerInnen müssen auch direkt an Entscheidungen beteiligt sein. Über das Ausmaß wird...mehr

Legitimationen herstellen und unterlaufen

Repräsentation zwischen Kunst und Politik

Das Wort „Repräsentation“ durchdringt die Felder der Kunst und der Politik als Schnittstelle zwischen der Logik der Legitimität und jener der kulturellen Bedeutung. Diese Doppelfunktion von „repräsentieren“ ist nicht nur ein linguistischer Zufall. Wie auch die Begriffe „delegieren“, „bedeuten“, „aufführen“ und „erscheinen“, deutet die Idee des „Repräsentierens“ letztlich auf die Wichtigkeit jener Systeme für die...mehr

„… die Realität einem Update zu unterziehen.“

dass etwas geschieht im Gespräch.

Diese Ausgabe des Bildpunkt greift in die Diskussion um Repräsentation ein und versucht, den Fokus von der Darstellung zur Handlungsmacht zu verschieben. Insofern ließe sich von postrepräsentativen Positionen sprechen. Es geht also nicht darum, dass etwas gezeigt wird, sondern darum, dass etwas geschieht. Dass auch etwas geschehen kann, wenn etwas gezeigt wird, wissen wir schließlich...mehr

„Wir reden für uns selbst“ ist nicht die Antwort

Ich habe den Körper. Ich komme da her. Ich trage den Namen. Ich habe die Tränen. Ich weiß wie das ist. Ich bekämpfe Gesetze. Ich kämpfe dagegen. Ich kenne die Leute und weiß wie sie ticken. Ich teile Geschichten. Ich schmuggle das Essen. Ich habe die Haare. Ich liebe jene Menschen. Ich verstehe Musik. Ich...mehr

Dass etwas geschehen kann … Postrepräsentatives Kuratieren

„Treffpunkt ist morgen um 14 Uhr am Karmeliterplatz“. Der Künstler Eduard Freudmann kündigt am 3. Mai 2011 im Wiener Open Space eine Aktion an, die am Tag nach der Eröffnung der von mir dort kuratierten Ausstellung Widersprüche. Critical Agency and the Difference within stattfinden sollte. Die Ausstellung, zu deren Eröffnung dies angekündigt wurde, verstand sich...mehr

Spielen und eröffnen

Politische Kunst nach der Repräsentationskritik

Heute, nach bald 30 Jahren Repräsentationskritik, zeigen sich Fragen der Repräsentation neu: Die Schulung bezüglich Fragen der Macht der Darstellung und Artikulation hat uns einerseits präziser, andererseits aber auch gelassener und experimenteller gemacht. Wir müssen nicht stets beweisen, dass wir auf der richtigen Seite sind oder, dass diskutieren und politische Initiativen in den Ausstellungsraum einzuladen...mehr

Jenseits von Konsens, Gleichheit und Utopie: Neue Formen der Kollaboration

In den kollaborativen Praktiken zeitgenössischer Choreographen geht es nicht mehr um die Einlösung einer romantischen Sehnsucht nach einem glücklichen Beisammensein oder nach einem revolutionären Gesellschaftsumsturz, sondern vielmehr und das Ermöglichen singulärer Prozesse, die sich durch die Vielstimmigkeit der Beteiligten auszeichnen. In einer Podiumsdiskussion unter dem Titel Happy Together – Communities, Scenes, Circles, Networks and Other...mehr

dass etwas geschieht im Buch

Lieven de Cauter/ Rubben de Roo/ Karel Vanhaesebrouck: Art and Activism in the Age of Globalization / Reflect #8. Rotterdam 2011 (Nai Publishers). Félix Guattari: Die Couch des Armen. Die Kinotexte in der Diskussion. Hgg. v. Aljoscha Weskott, Nicolas Siepen, Susanne Leeb, Clemens Krümmel, Helmut Draxler. Berlin 2011 (b_books). Martina Ruhsam: Kollaborative Praxis: Choreographie. Die...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

Faire Bezahlung! Urlaub! Recht auf Krankenstand!

Freie ORF-MitarbeiterInnen organisieren sich gegen prekäre Beschäftigung

Unter den freien journalistischen MitarbeiterInnen des ORF gärt es schon länger. Ende 2003 wurde eine Anstellungswelle versprochen – die einen wurden dafür auf Listen vermerkt, die anderen nicht. Nicht wenige verließen den ORF mehr oder weniger freiwillig, weil ihnen gesagt wurde, sie hätten keine Chance, in absehbarer Zeit auf diese Liste zu kommen. Die Stimmung...mehr

Künstlerin klagt Galerie. Und gewinnt!

Eine Wiener Galerie1 (nennen wir sie G) vereinbart mit einer Künstlerin2 (nennen wir sie K) eine Beteiligung an einer Gruppenausstellung. Nach Ausstellungsende ist keines der Werke von K verkauft, aber neun Arbeiten sind beschädigt. G kassiert die Versicherungssumme. K geht leer aus. Doch streitbare Jahre später sieht alles anders aus: Die Künstlerin hat es gewagt,...mehr