Umkämpfte Räumlichkeiten. Editorial
#02 Raum Greifen, Winter 2005
Netzaktivismus, Graffiti und modernistische Architektur sind nur drei Bereiche, in denen künstlerische Produktion mit Fragen des Raumes konfrontiert ist. Der Raum-Begriff hat in den intellektuellen Debatten innerhalb des Kunstfeldes in den letzten Jahren einen regelrechten Hype erfahren. Und dabei liegen zwischen politischem Aktivismus und architekturaler Kunst oft Welten. Ob und, wenn ja, wo es Überschneidungen in den jeweiligen raumbezogenen Fragestellungen gibt, haben wir in unserem Gespräch mit der Aktivistin Gini Müller und dem Künstler Florian Pumhösl auszuloten versucht. Der Fokus liegt hier, wie bei... mehr
Drei künstlerische Positionen: Raum Greifen
Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen
Bildstrecke: Mandarina Brausewetter Poster: K-Duo Bratić/Ferkl Rückseite: Andreas Fogarasi Die in Sofia geborene Mandarina Brausewetter, Gründerin des Designlabels The Hot Dogs lebt und arbeit seit 1990 in Wien. Ihre künstlerische Arbeit spielt mit den Gesetzmäßigkeiten medialer Allmacht und wahrgenommener Realität. Dabei nutzt sie den öffentlichen (unkuratierten) Raum und entzieht sich den offiziellen Regeln produzierter erweiterter...mehrRaum der prozessierten Relationen
Mit den Effekten der Globalisierung und der Neo-Liberalisierung hat das Raum-Paradigma spätestens seit Beginn des 21. Jahrhunderts wieder zunehmend an Bedeutung gewonnen. Soziale Abschottungen und Ausgrenzungen, politische Entdemokratisierungstendenzen und ökonomisierende Aneignungen von Kritik haben Raumgefüge, ihre Begrenzungen und die sie jeweils generierenden Prozesse nachdrücklich sowohl in den Blick der künstlerischen und kunsttheoretischen Diskurse, als auch...mehrWas heißt Raum greifen?
Eine kurze Einführung
Raum greifen klingt aggressiv: Etwas Raum greifendes nimmt ein und füllt aus. Wenn Raum als geronnenes soziales Handeln verstanden wird, lässt sich Veränderung und Gestaltung von Räumen aber auch weniger gewaltsam denken. Raum greifen muss nicht mit Brutalität und Ausschluss einhergehen, mit Macht hat es aber immer zu tun. Denn die Möglichkeiten, Räume zu konstituieren,...mehrWir greifen Raum: Die Bedeutung von Schwarzen selbstbestimmten Räumen im österreichischen Kontext
Ausgrenzen, Abschieben, Verdrängen. Vorgehensweisen mit Tradition im Bezug auf die seit Jahrhunderten nachweisbare Anwesenheit und Geschichte Schwarzer Menschen in Österreich. Unsere Bewegungsfreiheit ist immer noch eingeschränkt, unser (Über-)Lebensraum steht permanent auf dem Spiel. Entmenschlichende Gewalt im öffentlichen Raum: „N_ raus!“ auf Häuserwänden, tätliche Übergriffe, rassistische Zerrbilder in den Medien. Schweigend „abgesegnet“ von den Autoritäten, oder...mehr„… oder auch nicht zu versöhnen“
Raum greifen im Gespräch: Mit Gini Müller und Florian Pumhösl
Wenn im Kunst-Kontext von „Raum“ die Rede ist, sind meist zwei Ebenen angesprochen: Einerseits die gesellschaftlichen Räume, an denen Kunst teilhat und andererseits die eher kunstspezifischen Räume, die Fragen der Werkgestaltung und der Ausstellungsräume betreffen und diese reflektieren. Mit dem Thema „Raum greifen“ – verstanden als aktive Intervention – versuchen wir, zwischen beiden zu vermitteln. (Die Red.)
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