Bildpolitiken im Bildpunkt. Editorial
#01 Bildpolitiken, Herbst 2005
Möglicherweise ist das irreführend: Der Punkt hinter dem Bild im Titel dieser Zeitschrift signalisiert eine Abgeschlossenheit, die wir mit dem neuen Konzept gerade hinterfragen wollen. Bild – Punkt, Basta, alles klar!? Eben nicht. Als Publikation, die sich u.a. an die ProduzentInnen von Bildern richtet, stellt sich für uns konkret die Frage: Welchen Stellenwert haben die Bilder neben dem Text? Die Antworten darauf dürfen nicht allein technischpraktische sein. Sie ziehen vielmehr weitere Fragen nach sich. Denn nicht nur die Bilder sind neben, über oder unter den Text zu platzieren. Auch das Produzieren einer Zeitung hat... mehr
Drei künstlerische Positionen: Bildpolitiken
Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.
Petja Dimitrovas künstlerische Praxis steht an der Schnitstelle zwischen bildender Kunst und politischer, partizipativer Kulturarbeit. Die Bildstrecke, die sie für diese Ausgabe entwickelt hat, befasst sich mit Diversitätsmanagement – einem Konzept, das in der Arbeitswelt unter Bedingungen der Internationalisierung des Arbeitsmarkts zu einer zentralen Normalisierungsstrategie geworden ist: So fördert die EU etwa im Rahmen des...mehrDas Offensichtliche produzieren, Subjekte rekrutieren.
Instrumentelle Bilder und ideologische Anrufungen
Auf Seite 21 der Ausgabe des Nachrichtenmagazins Newsweek vom 15. August 2005 beginnt ein vierseitiger Artikel über die junge muslimische Bevölkerung in Großbritannien. The Lost Generation, lautet die Überschrift des Textes, die damit – einen Monat nach den Terroranschlägen in London – offenkundig nicht nur informiert, sondern bereits sehr weitgehend interpretiert. Die obere Hälfte der...mehrWas sind Bildpolitiken?
Eine kurze Einführung
Von der Finanzierung der Kriegsfilmproduktion in Hollywood durch das Pentagon über die Allgegenwart des Belvedere-Balkons im österreichischen Jubiläumsjahr, vom Illustrierten-Cover bis zum Foto neben dem Kunstzeitschriftentext: Bilder machen Politik und Politik produziert Bilder. Aber was Bildpolitiken eigentlich sind, lässt sicht nur schwer sagen. Und zwar deshalb, weil schon umstritten ist, was „Politik“ und was ein...mehr„... das ideologische Wesen der Bilder dekolonisieren“
Ein Gespräch zu antirassistischen Bildpolitiken mit Araba Evelyn Johnston-Arthur und Jo Schmeiser
Ausgehend von der Diskussion um filmische und künstlerische Repräsentationen und darüber hinaus gehende Bildpolitiken, die im Weblog Here to stay! (www.dia-log.at) der Diagonale 2005 stattgefunden hat, fragten wir nach den Logiken, Verwertungsmechanismen und Paternalismen, aber auch nach Möglichkeiten, Handlungsfeldern und Spielräumen politischer Bildproduktion im Kunstfeld. (Die Red.)
mehrBildpolitik und ihre Angst vor Bildern
Wenn von Bildpolitik die Rede ist, dann von einer Politik der Bilder; genauer: von der Vorstellung, dass Bilder dafür herangezogen werden, ein bestimmtes Bild der Realität zu konstruieren – und dieses Konstrukt so zu vermitteln, als wäre es keines, sondern nur das selbstberedte Abbild dessen, was als Realität erscheinen soll. Was in dieser Politik der...mehrBildproduktion als politische Praxis?
Der Blick pendelt zwischen Happynese – Gandhi, zwischen klugen Köpfen dahinter und test it!. Über pralle Brüste und Waschbrettbäuche hin zu coolen Apple i-Pod Spielzeug-Styles, Zigarettenmarkenalltagspraxen – durch die Straßen bis in die Cafes oder Kneipen, in denen wir uns bewegen, in die Zeitschriften, die wir abends nach dem Ausknipsen der Leselampe zur Seite legen...mehrDas Ornament der Menge
Oberflächenerscheinungen der gegenwärtigen Protestkultur
1. Die unscheinbaren Oberflächenäußerungen einer Epoche stellen den wichtigsten Beitrag zu ihrer Analyse dar, schreibt Siegfried Kracauer 1927.1 Gerade die Untersuchung der alltäglichen Phänomene, sowie der mehr oder weniger gewöhnlichen Gegenstände und Praxen der Alltagskultur ermögliche, so Kracauer, Einsicht in die Verfasstheit einer bestimmten Ära. In diesem Text geht es daher um Praxen, Repräsentationen und...mehrBildpolitiken, Machtspiele und mangelnder Wille
Für die Wiener Linien offenbar kein Thema: Rassismus in öffentlichen Verkehrsmitteln und anderswo
Migrantinnen im Allgemeinen und schwarze Frauen im Speziellen bilden eine Gruppe in der österreichischen Gesellschaft, die auf dem Weg zu einer politischen Positionierung noch intensive und gezielte Sensibilisierungen zu leisten haben. Das gilt sowohl für die allgemeine Öffentlichkeit als auch in Bezug auf öffentliche Einrichtungen und Institutionen. Die geplante Beteiligung des Vereins Schwarze Frauen Community...mehrBildpolitiken im Buch
- Holert, Tom (Hg.): Imageneering. Visuelle Kultur und Politik der Sichtbarkeit. Köln 2000, Oktagon Verlag, 199 S., 24,80 ¤.
- Maar, Christa und Hubert Burda (Hg.): Iconic Turn. Die neue Macht der Bilder. Köln 2004, DuMont Kunst und Literatur Verlag, 452 S., 24,90 ¤.
- Sachs-Hombach, Klaus: Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft. Köln 2003, Herbert von Halem Verlag, 365 S., 26 ¤.
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hg.): Bilder und Macht im 20. Jahrhundert. Bielefeld 2004, Kerber Verlag, 158 S., 19,90 ¤.
