Wozu Praxistheorien?
#17 Praxistheorien, Herbst 2009
„Es gibt heute so viele Zeitschriften und so wenig Leute, die sie lesen! Wozu also noch eine Zeitschrift?“ So aktuell die Feststellung und so drängend die Frage, beide dienen hier keinesfalls dazu, die Existenz des Bildpunkt anzuzweifeln. Ganz im Gegenteil. Das Zitat ist 45 Jahre alt und stammt aus einem Text, dessen Titel eine weitere programmatische Frage aufwarf: „Wozu Praxis?“ Er leitete im Oktober 1964 die erste Ausgabe der Zeitschrift Praxis ein. In Zagreb von der Philosophischen Gesellschaft Kroatiens herausgegeben, wurde sie zu einem wichtigen Organ des undogmatischen Marxismus in Jugoslawien. In... mehr
Künstlerische Positionen: Praxistheorien
Künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen. Ausgewählt und zusammengestellt von Nora Sternfeld, Eva Dertschei und Carlos Toledo in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen.
Poster: Chto Delat? Rückseite: Anton Vidokle Bildstrecke: Ana Hoffner Ana Hoffner beschäftigt sich mit Reenactment, Lectureperformance und queeren Inszenierungen. Seine Arbeiten knüpfen an konzeptuelle künstlerische Positionen der 1960er und 1970er Jahre an und rekontextualisieren diese für die Gegenwart. Für die Bildstrecke dieser Ausgabe des Bildpunkt hat er die Dokumentation der Performance Bewegung, privatisiert adaptiert. In...mehrKunst und Praxistheorie
Sophia Prinz und Ulf Wuggenig
Der alte Begriff der „Praxis“ – ehemals von Aristoteles sowohl von der „poiesis“, als auch von der „theoria“ abgehoben –, hat seit einiger Zeit wieder Hochkonjunktur: In verschiedenen Disziplinen und kulturellen Feldern ist von diskursiven, signifizierenden, medialen und repräsentationalen Praktiken, von genderspezifischen und sozialen Praktiken oder auch von widerspenstigen, kritischen und subversiven Praktiken die Rede....mehrTransfeminismus und Gender-Mikropolitiken in der farmapornografischen Ära
Wir erleben gegenwärtig einen Wandel der biopolitischen Dispositive der Produktion und der Kontrolle des Körpers, des Geschlechts, der Ethnizität und der Sexualität. Diese Transformation in großem Ausmaß, die auch die Prozesse der Produktion des Lebens im Kapitalismus betrifft, wird ebenfalls die Topografie der Repression und die Bedingungen modifizieren, unter denen Kampf und Widerstand möglich sein...mehr… die Dichotomie von Praxis und Theorie zu durchkreuzen
Praxistheorien im Gespräch. Mit Lisa Bolyos & Georg Oberlechner (Annegang) und Gerald Raunig
Jede Theorie ist selbst eine – häufig als abgehoben gebrandmarkte – Praxis. Und jede Praxis enthält theoretische Aspekte: Bildreflexive Praktiken führen beispielsweise zu einem Verständnis von „Film als Theorie“ (Volker Pantenburg), auch in der aktuellen Diskussion um die „künst- lerische Forschung“ werden die spezifischen epistemologischen Errungenschaften der Kunstpraktiken betont. Theorie hat ja nach wie vor...mehrZahlen, bitte!
Neulich, im Kaffeehaus. Kürzlich war in den vermischten Meldungen berichtet worden, dass es an diesen österreichischen Traditionsgaststätten, die manchereiner blind zu erkennen vermeint, vor allem nach Putzmitteln mit Zitronenduft riecht. Dazu kommen die Ol-Faktoren Zigarettenrauch und Fett – der Geruch von geröstetem Kaffee spiele kaum eine Rolle. Das wäre aber immer schon so gewesen, also...mehrWas ist Praxis?
Von den Marx’schen Feuerbachthesen zu Bourdieus Praxeologie
Das Begreifen und Verändern unserer kapitalistischen Gegenwart und ihrer eingeschränkten Gestaltungsspielräume ist keine theoretische Frage, sondern eine praktische. Es ist die Frage nach unseren Arbeitsformen und Lebensweisen, unseren sozialen, kulturellen und politischen Praktiken, unserem Selbst und unserer Subjektivität. Dies ist die Perspektive der folgenden Beschäftigung mit den Feuerbachthesen von Karl Marx und der Praxeologie von...mehrUndoing Theory
Kuratorisches Wissen und Handeln als kritische Praxistheorie
„A theorist is one who is undone by theory“. Ein_e Theoretiker_in ist jemand, die durch Theorie auseinandergenommen wurde.1 Mit diesen Worten beginnt die Kunsthistorikerin Irit Rogoff einen Text, der sich mit der Rolle von Kritik und Theorie im kulturellen Feld auseinandersetzt.
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