Karten von Bedeutung.

#18 Dezentrale Karten, Winter 2009/2010

Es waren Stuart Hall und andere Cultural Studies-Theoretiker, die in den 1970er Jahren die Vorstellung von „maps of meaning“ aufbrachten. So wie Stadtpläne uns mehr oder weniger gut durch urbane Gefilde leiten können, tun kulturelle Bedeutungskarten dies in der sozialen Welt. Man trägt sie allerdings nicht wie die Tourismusstigmata vor sich her und kann sie auch nicht faltbar wegstecken, „maps of meaning“ sind inkorporierte Pläne, verkörpert in individuellen Haltungen und sozialen Organisationen. Und ganz so statisch wie Stadtpläne oder Landkarten sind sie auch nicht. Sie verändern sich durch... mehr

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Künstlerische Positionen: Dezentrale Karten

Künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Ausgewählt und zusammengestellt von Nora Sternfeld, Eva Dertschei und Carlos Toledo in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen. Poster: Eyal Weizmann Rückseite: Lina Dokuzovic ´ Bildstrecke: Alfredo Jaar Das Mittelposter dieser Ausgabe des Bildpunkt ist von Eyal Weizmann. Mit Bezug auf Hannah Arendt beschäftigt er sich in mehreren Arbeiten kritisch mit dem Argument des geringeren Übels als...mehr

Grenzdenken und die dekoloniale Option

Über das Projekt Modernität/Kolonialität/Dekolonialität

Das Projekt Modernität/ Kolonialität/Dekolonialität begann sich als kollektives Projekt 1998 zu entwickeln.1 Die konzeptuelle Grundlage, die zur Formulierung dieses Projektes 1998 führte, geht auf den Anfang der 1990er Jahre zurück, d.h. auf das Ende des Kalten Krieges, den Kollaps des so genannten „realen“ Sozialismus und die Desorientierung der Linken. Heute könnte man sagen, dass es...mehr

Eine Art Tachismus: Weiße Flecken, dunkle Stellen

Vielleicht gibt es etwas im Wesen von Karten, das ihre Schöpfer dazu treibt, Lücken mit Mutmaßungen und Konjekturen zu füllen. (Johannes Fabian)

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… kulturelle Praxis als Versuchsfeld.

Dezentrale Karten im Gespräch. Mit Therese Kaufmann und Can Gülcü

Die herrschaftliche Neuaufteilung von Land war eine der zentralen Praktiken des Kolonialismus. Postkoloniale Perspektiven in der Kunst setzen zum Teil an diesen gewaltsamen Landnahmen an und entwerfen alternative Kartografien. Diese verstehen sich nicht nur als Antworten auf Raumfragen, sondern als Pläne zur Subversion herrschender Dichotomien. Mit dem Schwerpunktheft Dezentrale Karten fragen wir nach Möglichkeiten aber...mehr

Das Reden über und das Kämpfen in

oder: Der mittlere Zeigefinger als Widerstand

Die zwischen Anführungszeichen gesetzten Textteile sind Fragmente aus Workshops bei Peregrina, Orient Express und LEFÖ.

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Dekolonisierung und die Herausforderungen Feministisch-Postkolonialer Theorie

María do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan

Kernstück kolonialer Diskurse ist zweifelsohne die Politik der Repräsentation. Es geht innerhalb postkolonialer Theorie insofern nicht nur um die Frage, über was gesprochen wird, sondern auch um die Frage, wer für wen spricht. Die Repräsentation dient als operativer Begriff innerhalb politischer Prozesse, die die Sichtbarkeit und Legitimität von Frauen – hier insbesondere von „subalternen Frauen“...mehr

Perspektivenwechsel. Konterhegemonialität in den Sozialwissenschaften

Mit der Entstehung moderner Staaten im europäischen Raum seit der frühen Neuzeit und mit den damit verbundenen kolonialistischen und imperialistischen Tendenzen entwickelte sich auch eine dominante Sicht auf die Welt. Sie war und ist noch heute weitgehend eurozentrisch. Alternative, „dezentrale“ Karten können dazu dienen, einen Perspektivenwechsel herbeizuführen. In diesem Sinne bedienen sich zwei kürzlich erschienene...mehr

Bastelanleitung für Glokalismen

Multikulturalität in der Popmusik und ihre Vermittlung

Globalisierte oder allumfassende Identitätskonzepte gibt es nicht, selbst wenn wir dies immer wieder als Stammtischplattitüden vermittelt bekommen. MTV, VH1 und all die anderen populären Musiksender, die sich für uns so um den Globus und in unser Bewusstsein seit 25 Jahren eingesponnen haben, gaukeln uns das nicht mal ansatzweise vor, wir nehmen es nur halbwissend an....mehr

Dezentrale Karten im Buch

Manuela Bojadzijev: Die windige Internationale. Rassismus und Kämpfe der Migration, Münster 2008 (Verlag Westfälisches Dampfboot). Wiebke Keim: Vermessene Disziplin. Zum konterhegemonialen Potential afrikanischer und lateinamerikanischer Soziologien, Bielefeld 2008 (transcript Verlag). Frank-Thorsten Moll: Die Documenta11 und der postkoloniale Diskurs: Kunstausstellungen im Zeitalter von Globalisierung und Postkolonialismus, Saarbrücken 2008 (Vdm Verlag Dr. Müller). Oliver Marchart: Hegemonie im...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

Ulrichsberg – weggepustet?

Zwischen dem 18. und 20. September 2009 fanden in Klagenfurt/Celovec zum fünften Mal in Folge antifaschistische Aktionstage gegen das Ulrichsbergtreffen statt. Schon im Vorfeld gab es für AntifaschistInnen Grund zur Freude – Verteidigungsminister Darabos untersagte dem Bundesheer nämlich die Teilnahme an der Feier, die europaweit als eines der zentralen Events für Veteranen der Wehrmacht, Waffen-SS...mehr

Die juristischen Folgen des 1. Mai in Linz

Vanessa Gaigg und Christian Diabl

Nun ist es ein halbes Jahr her, seit die Linzer Polizei die alternative 1.-Mai-Demonstration verhindert und zerschlagen hat. Zeit, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen. Fünf Personen wurden verhaftet und wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt und teilweise wegen schwerer Körperverletzung angezeigt. Ein Verfahren wurde eingestellt, drei Verhandlungen durchgeführt. Zwei Beschuldigte wurden rechtskräftig freigesprochen, ein weiterer zu...mehr

Prekarisierung in den Wissenschaften – Organisieren wir uns!?

Veranstaltung und Diskussion als Auftakt zukünftiger Vernetzungen und gemeinsamer Organisierungen. Eine Rückschau mit Ausblick.

Lassen wir zum Einstieg kurz ein paar Zahlen auf uns wirken: An der Universität Wien sind von über 7000 wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen rund 4300 mit befristeten Anstellungsverhältnissen beschäftigt – das sind weit über die Hälfte aller wissenschaftlichen Angestellten. Ihre Verträge haben eine Laufzeit von einigen Monaten bis zu einigen Jahren. Die maximale Verweildauer an der Universität...mehr