Drei künstlerische Beiträge begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.
Bildstrecke: Atsushi Yamamoto
Mittelposter: Arbeiten und Wohnen in Künstler*Innenateliersder Stadt Wien
Rückencover: Elisabeth Wild
Atsushi Yamamoto erzählt Geschichten, die zwischen Alltag und Skurrilität oszillieren, oder vielmehr deren Gleichzeitigkeit darstellen. Tokuyama Hirokazu attestiert Yamamotos Charakteren eine „nonsensical love“, eine Gutwilligkeit und ein liebevolles Festhalten an den einfachen Dingen, Dingen die bleiben. Das Unverständliche, nicht Nachvollziehbare erhält in Yamamotos Vidoes einen eigenen Rhythmus, behauptet seine Existenz mal unscheinbarer, mal exzentrischer. Stills aus der Arbeit Road 2020-2021 sind in der Bildstrecke dieser Nummer zu sehen.
Auf dem Mittelposter ist das Arbeitspapier Arbeiten und Wohnen in Künstler*Innenateliers der Stadt Wien zu lesen. Hanna Schimek, Ula Schneider und Andrea van der Straeten haben die Initiative 2020 gegründet. Sie treten für eine bessere Arbeitssituation der in Wien lebenden Kunstschaffenden ein. Besondere Aufmerksamkeit lenkt die Initiative auf die Situation von Kunstschaffenden der mittleren und älteren Generation. Während für junge Kunstschaffende nach dem Studium das breite Angebot zur befristeten Zwischennutzung von leerstehenden Räumen, wie sie von Kreative Räume und anderen Initiativen angeboten werden, sinnvoll und hilfreich ist, brauchen ältere Kunstschaffende eine größere Planungssicherheit für Projekte und Ausstellungen, oft auch Lagerräume. Kurze oder unsichere Mietverhältnisse sind daher kontraproduktiv. Derzeit interessieren sich auch private Bauträger zunehmend für die Bedürfnisse von Kunstschaffenden. Die Internationale Bauausstellung (IBA) hat die Initiative von Beginn an unterstützt.
Eine Kollage von Elisabeth Wild ist auf der Rückseite zu sehen. Geboren 1922 in Wien, floh sie 1938 mit ihren Eltern vor dem Nationalsozialismus nach Buenos Aires. Sie studierte Malerei, malte und zeichnete Zeit ihres Lebens und fertigte auch Textilarbeiten und Keramiken an. 1962 zog sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in die Schweiz, wo sie in Basel ein Antiquitätengeschäft führte. Ab 1996 verlegte sie ihren Lebensmittelpunkt langsam nach Panajachel in Guatemala, wo ihre Tochter sich niedergelassen hatte. Im Alter von etwa 85 Jahren begann sie dort, Kollagen zu machen. Fast täglich produzierte sie so neue Kompositionen. 2020 verstarb Elisabeth Wild. Aktuell zeigt das Museum Haus Konstruktiv in Zürich eine Ausstellung mit Wilds Arbeiten; das mumok widmet ihrem Werk 2023 eine Retrospektive. Mit freundlicher Genehmigung des Elisabeth Wild-Nachlasses und der Proyectos Ultravioleta (http://uvuvuv.com), Guatemala-Stadt.
