Autosoziobiographie

#76 Autosoziobiographie, Frühling 2026

Erst als die Austreibung aller Erfahrungen außer der ästhetischen vollbracht war, erblühte die moderne Kunst in legitimem Glanz. Dagegen regte sich Widerstand von Beginn an, denn diese Ausklammerung war ein bürgerliches Privileg. Frauen* und ethnisierte Minderheiten klagten ihre kollektiven Erfahrungen als Ausgangspunkt ihrer Kunst ein und nutzten sie als Motor ihrer Identitätspolitiken. Nicht nur ein „romantischer Antikapitalismus“ (Patrick Eiden-Offe) wehrte sich gegen die ästhetische Erfahrungsnorm. So unterschiedliche Künstler*innen wie Martha Rosler, Allan Sekula und Ana Mendienta sowie Kritikerinnen wie Lucy Lippard... mehr

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Suburban

Zur Schrift

In jeder Ausgabe des Bildpunkt wird der Titel des Schwerpunktthemas in einer anderen Schrifttype gesetzt, diesmal in der Suburban (Rudy VanderLans, -Berkeley 1993, www.emigre.com/Fonts/Suburban). Für VanderLans war es sein erster Versuch, eine gesamte Schrift zu gestalten. Er setzte und kombinierte Elemente der Schriften, die er immer genossen hatte: von handgeschriebenen bis zu geometrischen Schriften. Suburban...mehr

Gegen den „strukturellen Individualismus“

Editorial

Mit dem Selbstporträt erfand sich der moderne Künstler als vom Handwerker unterscheidbare Figur, die Aufwertung von Signatur, Werk und Lifestyle sind die Grundlagen für den „strukturellen Individualismus“ (Bourdieu) des Kunstfeldes. In den vergangenen Jahren sind in Literatur und bildender Kunst Arbeiten entstanden, die das Selbst in gesellschaftliche Kontexte einbetten, vor dem Hintergrund struktureller Existenzbedingungen und...mehr

Künstlerische Positionen: Autosoziobiographie

Drei künstlerische Beiträge begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen. 

Bildstrecke: IG Timeline: Time in Space
Mittelposter: Gilles Elie-Dit-Cosaque
Backcover: Miriam Bajtala

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Die Auto-sozio-bio-graphie: Ein Umriss

Relationale Erzählformen sind nicht so neu, wie der Trend der Autosoziobiographie vermuten lässt. Es gab sie an den Rändern der eurozentrischen Wahrnehmung schon lange. Dabei stehen dem Fokus auf soziale Klasse auch Perspektiven auf gender und Rassifizierungen gegenüber.

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Autosoziobiographie und Standpunkt-Autotheorie: Das Selbst als relationale, künstlerische und epistemische Praxis

Soziologische Fallstudie oder situiertes Wissen und verkörperte Erfahrungen? Über Unterschiede zwischen und Gemeinsamkeiten von autosoziobiographischem Schreiben und Standpunkt-Autotheorie

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„…das analytische Durchdringen sozialer Prozesse…“

Autosoziobiographie im Gespräch mit Kristina Dreit und Kerstin Putz

Bildpunkt: Die Autosoziobiographie als Genre ist momentan sehr angesagt. Nicht nur in der Literatur sind Herkunftsgeschichten als Auseinandersetzungen mit soziokulturellen Milieus seit den Büchern von Didier Eribon und Annie Ernaux populär wie schon lange nicht mehr. Auch bildende Künstler*innen reflektieren in ihren Arbeiten häufig die gesellschaftliche Eingebundenheit ihrer Werdegänge. Was fasziniert euch an dieser Entwicklung?...mehr

Antiklassismus und individualistisch- bürgerliche Autosoziobiographie

Glosse

Seit den ersten PISA-Ergebnissen, die vor einem Vierteljahrhundert bekannt gegeben wurden, wissen wir, dass im deutschsprachigen Raum Arbeiter*innenkinder im Bildungssystem extrem benachteiligt werden. Eine aktuelle Studie Klassismuserfahrungen in Österreich vom Oktober 2025 kommt zu dem Schluss: „In einer solch demobilisierten Klassengesellschaft werden die sozialen Kämpfe nicht mehr als klassenbasierte Konflikte, sondern vielmehr als Fragen der...mehr

Kollektivität in der Kunst: Die Alltäglichkeit des Sonderfalls

Kooperation, Konflikt und kollektive Narrative: Für eine Kunstgeschichte entlang von Kollaborationen als Alternative zu autosoziobiographischem Schreiben

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Autosoziobiografie im Film

Auch im Rahmen des Dokumentar-, Essay- bzw. Experimentalfilms gibt es seit einigen Jahren autosoziobiographische Verfahren und Erzählweisen. Sie transportieren wichtige ethische wie politische Fragen.

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Unerhört verwirrend!

Scham, Schmerz und sozialer Aufstieg: Autosoziobiographien markieren Schwellenmomente sowie Transgressionen und attackieren wohl gehegte Überzeugungen.

 

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Autosoziobiographie im Buch

Sich selbst zum Thema der künstlerischen Produktion zu machen, ist als Motiv und Methode so alt wie das Kunstfeld selbst. Der Künstler, später die Künstlerin, emanzipierte sich vom Handwerk auch mittels Selbstdarstellung und erfand sich als autonomes Subjekt bis hin zur Selbstvermarktung. In den künstlerischen Strategien, die Ana de Almeida und Mariel Rodríguez unter dem...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

IG Bildende Kunst wird 70! – eine Oral History Reihe

Gespräch mit Sebastian Weissenbacher

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der IG Bildende Kunst im Jahr 2026 führen wir, Guilherme Maggessi und Vasilena Gankovska Gespräche mit ehemaligen Vorstandsmitgliedern, die über ihre Tätigkeit im Verein erzählen und Anekdoten, Erinnerungen und Eindrücke über das damalige kunstpolitische Geschehen teilen. Das erste Gespräch fand mit Sebastian Weissenbacher statt. IG Bildende Kunst: Sebastian, du warst bei...mehr

Schnelle Erfolge sind selten. Wir bleiben beharrlich!

Eva Dertschei und Vasilena Gankovska im Gespräch mit Daniela Koweindl über 70 Jahre Kampf um soziale Rechte und das Schreiben von Geschichte

Freitag, 19. Oktober 1956: bildende Künstler: innen versammeln sich im Künstlerhaus (Wien). Sie gründen den BVÖ, den Freien Berufsverband bildender Künstler Österreichs zur Wahrung der wirtschaftlichen und sozialen Interessen. All genders mitgemeint. 186 Personen unterzeichnen das Gründungsprotokoll. Eine Namensänderung folgt 2000: IG Bildende Kunst

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