Hegemonialteilchen. Editorial

#06 populäre Provokation, Winter 2006/2007

Mit seinem Anti-68er-Romanpamphlet Elementarteilchen avancierte Michel Houellebecq vor ein paar Jahren zum Vorzeigeprovokateur des Literaturbetriebes. Mit seinem konservativen Welt- und Menschenbild, das jeglichem Ressentiment freien Lauf und sich von keiner political correctness mehr den Mund verbieten ließ, lag er auf der Höhe der Zeit. Populäre Provokation par excellence. Den Eindruck zu erzeugen, als wären feministische Forderungen umgesetzt, libertär-sozialistische Utopien verwirklicht, antikoloniale Befreiung erreicht und man müsse nun gegen die Herrschaft dieser vereinigten Posthippies provokant anschreiben, ist selbst... mehr

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Populäre Provokationen in Buch und Netz

http://www.jungle-world.com (Nr. 15/2006 bis Nr. 21/2006) http://www.kupf.at/index.php?sid=1310&icatid=160 http://www.provokation.ch/ Coen Tasman: Provos. Libertäre Bewegungen in den Niederlanden seit 1965 (Teil 1), in: graswurzelrevolution, Münster, Nr. 258, April 2001, http://www.graswurzel.net/258/provo.shtml Beuys, Joseph: Provokation – Lebensstoff der Gesellschaft. Zu Kunst und Antikunst, Podiumsdiskussion mit Max Bense, Joseph Beuys, Max Bill, Arnold Gehlen. Leitung: Wieland Schmied, Düsseldorf 1970, DVD,...mehr

„Luxus ist ein Menschenrecht!“

Anmerkungen zu Provokationsstrategien im Werbeplakat

Vor zehn Jahren fand ein großer Werbekongress in Süddeutschland statt. Unter dem Titel Fuck up! – Werbung, die provoziert, und wie weit das führt trafen sich mehr als 1000 Werberinnen und Werber, um Antworten auf die Frage zu finden, wie im umkämpften Feld der Aufmerksamkeitsökonomie zukünftig gepunktet werden könne und um mehr oder minder konkret...mehr

Wer applaudiert

Antisemitischer Tabubruch als Provokation

Rund um das Gedenkjahr 1995 entwickelte sich in Österreich ein Diskurs über die Geschichte der Zeitgeschichte, der – die Waldheim-Affäre noch in frischer Erinnerung – offenbar das Bedürfnis hatte, den Zustand der österreichischen postnazistischen Gesellschaft noch stärker als bisher zu pathologisieren. Die Begrifflichkeiten „Tabu“ und „Lebenslüge“ schienen damals die Begriffe „Verdängen“ und „Vergessen“ (zumindest temporär)...mehr

Der Springsteen-Effekt und das Profane

Provokationsmodell Pop

Die Vorstellung, dass Popmusik mittels Provokation und Grenzüberschreitung kontinuierlich für eine Modernisierung der Gesellschaft sorgt, entspringt einem Mythos. Es sind immer wieder dieselben Eckdaten, die als Beweis für die progressiv-provokante Kraft von Pop herhalten müssen: Der Hüftschwung von Elvis, die Pilzköpfe der Beatles, Jimi Hendrix’ destruktive Version der amerikanischen Nationalhymne, die „No Future“-Geste des Punk...mehr

Schau mal, wer da klatscht

„Jesus was black, Ronald Reagan was the devil and the government lied about 9/11!“ ruft Huey Freeman seinen Zuhörerinnen zu und der Applaus lässt nicht auf sich warten. Von den TeilnehmerInnen beim letzten Treffen der New-Black- Panthers hätte man auch nichts anderes erwartet. Von den BesucherInnen der saturiert-elitären Gartenparty irgendwo in der weißen Mehrheitsgesellschaft der...mehr

Bezüge ermöglichen.

Populäre Provokationen im Gespräch. Mit Tanja Ostojic ́ und Fahim Amir

Bildpunkt: Von Dada bis Punk gehörte sie zum Standardrepertoire der emanzipatorischen Mittel in Kunst und Popkultur: Die Provokation. Taucht das Wort hingegen heute auf, ist Vorsicht geboten: Ähnlich wie die Bezeichnungen „Tabubruch“ oder „Querdenker“ zeigt es eher etwas anderes an als emanzipatorische Strategien. In der Regel schwingen sich konservativ motivierte (nicht selten ex-linke) AntifeministInnen und...mehr

(Selbst-)Provokationen der VolxTheaterKarawane

Speziell in den Jahren zwischen 2001 und 2004 erlangten verschiedene Aktionen der Volx-TheaterKarawane Popularität, weil sie zum Teil provozieren konnten bzw. als Provokation wahrgenommen wurden und bestimmte Kreise polarisierten. Bei diesen Aktionen handelte es sich zum einen um gezielte Eingriffe in öffentliche Räume, z. B. durch gefakte PolizistInnen oder U-No-SoldatInnen, die bei Demonstrationen „ordnend“ ihre...mehr

Ab in den Mülleimer?

Aufstieg und Fall der progressiven Provokation

Was wurde nur aus dem guten alten Tabubruch? Fast möchte man sagen: Als antibürgerliches Stilmittel zur Verschreckung und Aufrüttelung hat er lange ausgedient. Wo noch in den 1960er Jahren mit spektakulär schockierenden Provokationen, wie zum Beispiel in den Performances aktionistischer KünstlerInnen, die konservativen Grundwerte der Gesellschaft nachhaltig erschüttert und herausgefordert wurden, kann die seit den...mehr

Drei künstlerische Positionen: populäre Provokation

Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Bildstrecke: Dominik Hruza Poster: Toledo i Dertschei Rückseite: Jorge de León Dominik Hruza arbeitet als Künstler und Grafiker in Wien. In seinen Arbeiten nimmt er kritisch Bezug auf gesellschaftliche Entwicklungen und mediale Repräsentationen. Er zitiert und verfremdet Bildmaterial aus Mainstream und Massenmedien, immer wieder mit Hilfe von Collage-Techniken. Die Bildstrecke dieser Ausgabe des Bildpunkt ist...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

Nach der Wahl: Noch mehr Rückzahlungsforderungen

Der Künstlersozialversicherungsfonds schlägt wieder zu

Die Wahlposse ist überstanden. Auch der Künstlersozialversicherungsfonds geht zur Tagesordnung über und rückt nach seinem friedlichen Dornröschenschlaf KünstlerInnen wieder auf die Pelle. Der Fonds – der Zuschüsse zum Pensionsversicherungsbeitrag leistet – hat erneut eine Flut an Rückzahlungsforderungen ausgeschickt. Wieder geht es KünstlerInnen, die die gesetzlich vorgeschriebenen Mindesteinkommen nicht erreicht haben, an den Kragen. Sie sollen...mehr

... besser, weil ... Queere Forderungen?, Grundeinkommen?, Bleiberecht für alle, ...

Änderungs- bzw. Überarbeitungsvorschläge des gemeinsamen Forderungspapiers der Bundesvernetzung kulturschaffender Frauen

2004 auf Initiative von Fiftitu% in Linz gegründet, trifft sich die Bundesvernetzung kulturschaffender Frauen einmal im Jahr an einem Ort in Österreich. So hat sich Mitte Oktober diesen Jahres eine Gruppe von Frauen in Feldkirch zusammengefunden, um das vor allem auch für die soziale und finanzielle Absicherung von kulturschaffenden Frauen zu diskutierende Grundeinkommen zu thematisieren,...mehr

Nag1 Nag Schabernag2!

zu des gesezzesgebers neustem lustigen streiche

hieda ist ein gesezzestext welcher verlanget von den menschen welche nicht auf europas güldenem grunde das licht der hiesigen welt erblikket das sie solen das heilig land an dessen gestade sie nunmehr gelanget sind, seien sie artisten oder eheleuyte oder anders volk, alsogleich lassen und heimkehr suchen von woher auch immer sie wohl gekommet. als...mehr