Lernen im und vom Wissensregime

#21 umfunktionieren lernen, Herbst 2010

In seinem aktuellen Buch Der Philosoph und seine Armen stellt der Philosoph Jacques Rancière die starke aber falsche Behauptung auf, Bildungseinrichtungen wie die Schule seien bestenfalls der politischen, nicht aber der sozialen Gleichheit wegen erschaffen worden. „Ihre Macht der sozialen Umverteilung“ sei niemals anders denn als randständig begriffen worden. Selbst ein paar sporadische Blicke in die Geschichte der ArbeiterInnenbewegungen legen allerdings das Gegenteil nahe: Arbeiterbildungsvereine im Vormärz, Alphabetisierungskampagnen der AnarchistInnen im Spanischen Bürgerkrieg, die Piktogramme von Otto Neurath und... mehr

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Künstlerische Positionen: umfunktionieren lernen

Künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen. Ausgewählt und zusammengestellt von Nora Sternfeld, Eva Dertschei und Carlos Toledo in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen. Poster: Can Gülcü Rückseite: h.arta Bildstrecke: Sabine Bitter und Helmut Weber Die Bildstrecke zeigt diesmal die neunteilige schwarz-weiß...mehr

Akademisches und anderes Wissen

Der vorliegende Text ist Teil einer Auseinandersetzung innerhalb der politisch motivierten Kulturwissenschaften in Lateinamerika. Obwohl nur ein kleiner Ausschnitt aus einem längeren Aufsatz, erscheint er uns einige wichtige Einsätze auch für die hiesigen theoretischen Debatten um die „Aktivismen des Wissens“ (Richard) zu liefern. Die Red.

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Über Wissensarbeit(erInnen), die neuen Fließbänder und Streik

Während der Bildungsproteste des letzten Jahres sind nicht nur die Universitäten in Flammen aufgegangen, sondern unter anderem auch eine Debatte zu möglichen Organisierungsprojekten und -formen von Studierenden, WissenschaftlerInnen bzw. WissensarbeiterInnen entbrannt. Als die Beteiligung von Universitätsangestellten an manchen Universitäten im Vergleich zu früheren Universitätsprotesten gering blieb, drängte sich die Frage auf, warum eine breite Solidarisierungsbewegung...mehr

… anzusetzen ist an Herrschaftskritik

umfunktionieren lernen in Emailfragen an Eduard Freudmann, Elke Gaugele, Utta Isop und Andreas Kemper

Bildpunkt: Bildung ist zwar in aller Munde, aber die veröffentlichte Meinung von Standard bis NZZ ist vom Ökonomisierungsparadigma weder abgerückt noch abgeschreckt. Haben die Proteste ihr Ziel verfehlt? U.I.: Nein, die Proteste haben ihr Ziel nicht verfehlt, weil die Ziele der Proteste im Durchschnitt analytisch und praktisch nicht gesellschaftskritisch im Sinn gesamtgesellschaftlicher Ansprüche waren, von...mehr

Funktionieren umlernen

a) „Ich stehe dazu, dass es keinen Unterschied machen darf, ob mir eine sympathische Person gegenübertritt oder eine unsympathische Person gegenübertritt – womöglich mit dunkler Hautfarbe und einem von Krieg gezeichneten Äußeren.“ b) Ein Flüchtling ist eine Person, die „…aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen...mehr

Ansprüche an Bildung stellen: Dinge, die wir gelernt haben …

Das Ausstellungsprojekt 2 or 3 things, we’ve learned exploriert mit einer subjektiven Sammlung und diskursiven wie performativen Interventionen die Ansprüche, die Kunst, Bildung und soziale Protestbewegungen aneinander stellen. Fragen von Raum, Bild und Kollektivität sind zentral. Die Suche gilt eruptiven Momenten und den Folgen von intervenierender verändernder Dauer/ andauernder Veränderung. [0:00:04] In den Gesprächen haben...mehr

„Bildungisierung“ der Ökonomie und umgekehrt und überhaupt

„Ökonomisierung der Bildung“ war ein, wenn auch nicht neuer, so doch oft gebrauchter Slogan im Rahmen der Bildungsproteste im Herbst 2009. Mit dem Abebben der Bewegung ist das Schlagwort von der Straße und den besetzten Hörsälen wieder zurück in die Zeitschriften gewandert, als Titel- oder Zwischentitel in Artikeln, wenn es darum geht, die Veränderungen im...mehr

Wer ist da eigentlich nostalgisch?

Warum wirken die StudentInnenproteste sozialnostalgisch? Der Widerstand gegen die Unterwerfung des Bildungswesens und der allgemeinen Wissensproduktion unter die Interessen der Wirtschaft und des Marktes erweckt oft den Eindruck, und zwar nicht nur bei seinen GegnerInnen, als würden sich die Protestierenden nach dem alten Wohlfahrtsstaat sehnen; als wäre ihr Ideal, in den warmen und sicheren Schoß...mehr

umfunktionieren lernen im Buch

Eva Egermann /Anna Pritz (Hg.): School Works: Beiträge zu vermittelnder, künstlerischer und forschender Praxis, Löcker Verlag, Wien 2009. Stefan Heisenberger/ Viola Mark/ Susanne Schramm/ Peter Sniesko/Rahel Sophia Süß (Hg.): Uni brennt. Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches, Verlag Turia + Kant, Wien 2010. Paul O’Neill/ Mick Wilson (Hg.): Curating and the Educational Turn, Open Editions /...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

Intakte Nasen abschlagen!

Aktuelle Interventionen in die Gedenkpolitik

Josef Müllner studierte von 1896 bis 1902 an der Akademie der bildenden Künste Wien Bildhauerei, war dort von 1910 bis 1948 Professor und von 1926 bis 1928 Rektor. Von 1938 bis 1940 „supplierte“ Müllner die Meisterklasse Albert Bechtold. Diesem war, nicht zuletzt als Kommunist, auf Grundlage des von NS-Ideolog_innen propagierten Kunstverständnis’ das künstlerische Schaffen und...mehr

Was wurde eigentlich aus … der IMAG?

Interministerielle Arbeitsgruppen vs. Sparpaket

Die soziale Lage der Künstler*innen muss verbessert werden. Mit dieser Aufgabe ging im April 2009 eine Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) an den Start. Mitte Juni 2010 zogen die Minister*innen Claudia Schmied (BMUKK) und Rudolf Hundstorfer (BMASK) mit inhaltlicher Unterstützung von in den IMAGs tätigen Beamt*innen eine „erste positive Zwischenbilanz und definier[t]en weitere Arbeitsschritte“1. Auch der Kulturrat...mehr

Neues vom Projekt Superlinke

Bald ist es ein Jahr her, dass das Projekt Superlinke gestartet wurde. Hinter diesem bewusst selbstironischen Namen verbirgt sich der Versuch, letztlich eine Organisation mit gesellschaftlicher Bedeutung zu schaffen. Im Frühjahr dieses Jahres wurde eine Erklärung verfasst, die grob die Ziele, Ausrichtung und das Selbstverständnis for muliert. Zu finden ist sie auf dem Blog: http://superlinke.blog.at....mehr