Organisierungen aufmischen

#19 Regimestörungen, Frühling 2010

Der Schwerpunkt dieser Ausgabe wurde angestoßen durch eine Gruppe von Lehrenden der Akademie der bildenden Künste Wien. Seit einigen Monaten wird von diesem Zirkel ein Symposium vorbereitet, das im Mai dieses Jahres unter dem (voraussichtlichen)Titel Regime. Wie Dominanz organisiert und Ausdruck formalisiert wird stattfinden wird.

Der Begriff des Regimes hat in den letzten Jahren in verschiedenen Diskursen Anwendung gefunden, die zunächst wenig gemeinsam zu haben scheinen: Das Akkumulationsregime beschreibt im Rahmen der marxistischen Regulationstheorie die Organisation von... mehr

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Künstlerische Positionen: Regimestörungen

Künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Ausgewählt und zusammengestellt von Nora Sternfeld, Eva Dertschei und Carlos Toledo in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen. Poster: Borjana Ventzislavov Rückseite: Kamen Stoyano Bildstrecke: Andrea Geyer Die Bildstrecke ist diesmal der Posterserie Out of Sorts von Andrea Geyer entnommen. Sie kombiniert Zeichnungen ikonischer Images aus den Medien mit queeren Küssen, poetischen Texten und Begriffsdefinitionen aus dem...mehr

Vom „dressierten Gorilla“ zum Künstler zur Krise

Akkumulationsregime, Arbeitsformen, Produktions- und Lebensweisen

Systemkrise oder business as usual, zwischen diesen Positionen changiert die Einschätzung der gegenwärtigen Krise. Der Schocksitzt und doch treiben Kapital und Regierungen ungebremst weiter – während der Rest wie benommen steht und schaut, verwirrt. Das so genannte postfordistische Akkumulationsregime ist erschöpft – und mit ihm die Subjekte. In der Krise ist nicht das kapitalistische „System“...mehr

Ästhetische Regime

Bekanntlich ist es Jacques Rancière, der den Begriff des ästhetischen Regimes ins Zentrum gegenwärtiger kunst- und politiktheoretischer Diskussionen katapultiert hat. Genau genommen muss im Blick auf Rancière allerdings von verschiedenen ästhetischen Regimen und noch mehr von ihrer Interaktion die Rede sein. Diese Interaktion ist möglich, weil die verschiedenen ästhetischen Regime der Kunst, der Politik, aber...mehr

… dass das Regime lernt und Kritik assimiliert

Regimestörungen im Gespräch. Mit der Regime-Gruppe

Am 28./29. Mai 2010 findet an der Akademie der bildenden Künste Wien das Symposium Regime. Wie Dominanz organisiert und Ausdruck formalisiert wird statt. Organisiert wird es von der Regime-Gruppe, bestehend aus Petja Dimitrova, Eva Egermann, Maren Grimm, Tom Holert, Jens Kastner und Johanna Schaffer. Alle lehren in unterschiedlichen Funktionen an der Akademie und sind entweder KünstlerInnen und/oder KunsttheoretikerInnen.

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Wien will’s nicht wissen

Wollen wir neue Hausbesorger/innen, mit modernem Berufsbild? Flächendeckende Ganztagsschulen? Citymaut? U-Bahn in der Nacht? Und einen „Kampfhundeführerschein? Das sind die fünf Fragen, die die Stadt Wien an uns, ihre BewohnerInnen hat. Ergebnis bindend! Amtlicher Stimmzettel in fünf Farben. Ein Demokratie-Ildefonso. Volksbefragung steht auf dem Kuvert. Doch es ist mehr, jedenfalls nicht weniger als eine Volksabstimmung....mehr

Zur Genealogie und Praxis des Migrationsregimes

Migration gehört zu den meist umstrittenen Begriffen unserer Gegenwart. „Humanitäre Migration“, „Zwangs- und Kriegsmigration“, „Arbeitsmigration“ und nicht zuletzt „zirkuläre Migration“ sind keineswegs „neutrale“ Bezeichnungen für die raümlich-kulturelle Mobilität von Menschen, weil sie zugleich mit herrschenden Vorstellungen von Kontrolle oder Immobilität einhergehen. Wann, wo und wie eine Migrantin „humanitär“ auswandert, zwischen „Herkunfts-“ und „Ankunftsland“ arbeitssuchend „zirkuliert“,...mehr

Blickregime im Museum

Kaum eine andere Institution schafft so viele Blick-Szenarien wie das Museum: den ordnenden Blick, den fragenden Blick, den begehrlichen Blick, den beobachtenden Blick, den toten Blick, den flüchtigen Blick, den teilnehmenden Blick, den trügerischen Blick …1 So eröffnet sich ein differenziertes Feld der visuellen Kultur, das weit über die Institution Museum hinausweist. Die Ideologie des...mehr

Genderregime.

Die Unternehmerinnen ihrer selbst

Die politischen Programme auf nationaler, europäischer und globaler Agenda sind voll mit Absichten, die die Gleichstellung der Geschlechter– ein genuines Anliegen der westlichen feministischen Bewegungen spätestens seit den 1970er Jahren – zu realisieren trachten. Manifestieren können wir dieses politische Geschlechterbewusstsein in Form des Gender Mainstreamings auf der Ebene der Europäischen Union, des Post-Beijing-Abkommens zur Gleichstellung...mehr

Regimestörungen im Buch

Friedrich Balke / Harun Maye / Leander Scholz (Hg.): Ästhetische Regime um 1800, München 2009 (Wilhelm Fink Verlag). Ulrich Brand / Werner Raza (Hg.): Fit für den Postfordismus? Theoretisch politische Perspektiven des Regulationsanstazes, Münster 2003 (Verlag Westfälisches Dampfboot). Jean-Baptiste Joly / Cornelia Vismann / Thomas Weitin (Hg.): Bildregime des Rechts, Stuttgart 2007 (Verlag Akademie Schloss...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

Kunst- und Kulturarbeit kann ihre Existenz gefährden

Die TKI – Tiroler Kulturinitiativen / IG Kultur Tirol reagiert mit der Veröffentlichung von Honorarrichtlinien auf die prekäre Situation für freie Kulturarbeit in Tirol

Die 2008 veröffentlichte Studie Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen inÖsterreich1 erbrachte den wissenschaftlichen Beleg dafür, was die meisten Kulturschaffenden in diesem Land schon wussten: die Lebens- und Arbeitsumstände im Kunst- und Kulturbereich sind prekär. Auch wenn keine Vergleichsstudien zur sozialen Lage der KulturarbeiterInnen in Österreich vorliegen, geht die TKI aufgrund ihres Wissens über...mehr

Unigesetze: Vorwärts rechts, drei Schritte zurück!

„Wie tot ist die Bildungsbewegung?“, titelte die Neujahrsausgabe der Zeitschrift über.morgen. Die „U-Bahnzeitung der Protestbewegung“ wurde im letzten Herbst von der AG Zeitung der Audimax-BesetzerInnen unter dem Titel Morgen gegründet. Die wohlselbstreflexiv gemeinte Frage nach dem Ende der Besetzungen in Folge der Räumungen durch die Polizei zu Weihnachten und Silvester 2009 wird im Heft wie...mehr

Ist der Weg schon das Ziel? Oder sollen tatsächlich neue Wege der Kunstförderung gefunden werden?

Auf Initiative und unter Leitung des Bundesministeriums für Unterricht Kunst und Kulturhaben 2009 einige „Interministerielle Arbeitsgruppen“ (IMAGs) getagt.1 Zu diesen IMAGs wurden neben BeamtInnen auch VertreterInnen der Gewerkschaft, der IGs und weitere ExpertInnen geladen. Eine dieser Arbeitsgruppen hat sich mit dem sehr allgemein gehaltenen Thema „Kunstförderung“ befasst. War die IG Kultur Österreich bisher darauf angewiesen,...mehr