Poster: Maria Eichhorn
Rückseite: Agnes Achola
Bildstrecke: Mansour Ciss
Die Bildstrecke besteht diesmal aus AFRO-Scheinen – einer Währung, die der Künstler Mansour Cissin den letzten Jahren gemeinsam mit Baruch Gottlieb entwickelt und in Umlauf gebracht hat. „Geld ist ein Medium“, schreiben die Künstler. „Jeder kennt Geld. Jeder weiß, dass Geld einen Wert hat. Wenn jemand einen AFRO erhält, dann ist er bestrebt, seinen Wert zu bestimmen. Wir drucken unsere eigenen Werte auf unsere AFROS. Das AFRO Geld zirkuliert von einer Person zur nächsten wie eine Nachricht, wie ein Gerücht.“ Seinen Anfang nahm das Projekt mit den AFROs im Jahr 2002 während der Dak’Art Biennale. Mansour Ciss hatte in der Stadt mobile Wechselstuben aufgestellt, bei denen AFROs für bis heute im Senegal existierende CFA-Francs getauscht werden konnten. Die Bezeichnung der Währung stand ursprünglich für Colonie Francaise Afrique – seit der Unabhängigkeit wurde diese in Communautés Françaises d’Afrique geändert. Die Künstler bieten einen visionären Wechsel dieses Geldes an: „Der AFRO kommuniziert das Gerücht eines starken, einigen und florierenden Afrikas. Ein Afrika, das immanent dort ist, wo der AFRO zirkuliert.“
Das Mittelposter zeigt ein Still aus dem neuen Video Militant von Maria Eichhorn. Die alternative Ökonomie findet hier auf der Ebene der (Wissens-)Produktion statt: Eine Frau liegt auf dem Bett und liest ein Buch. Konkret handelt es sich dabei um das letzte Kapitel mit der Überschrift „Militant“ aus dem Buch Empire von Antonio Negri und Michael Hardt. Ein Auszug aus der Lektüre: „Heute kann der [die?] Militante nicht mehr für sich in Anspruch nehmen repräsentativ zu handeln, nicht einmal mehr für die grundlegenden menschlichen Bedürfnisse der Ausgebeuteten. […] Militanz ist heute eine positive, konstruktive und innovative Tätigkeit. In dieser Form erkennen wir und alle, die gegen die Herrschaft des Kapitals aufbegehren, sich als Militante.“
Für das Rückencover beschäftigt sich die Künstlerin Agnes Achola kritisch mit einer spezifischen alternativen Ökonomie: Sie arbeitet mit Second Hand Kleidung und setzt sie künstlerisch ein. Achola thematisiert die Logiken eines GebrauchtwarenWohltätigkeitsmarkts im Rahmen der globalisierten Textilindustrie und macht aus gut gemeinten Spenden kritische Skulpturen. Sie schreibt: „Westliche Wohltätigkeit schädigt die afrikanische Textilindustrie; eine Flut von Secondhandkleidung aus dem Westen gefährdet Textilien, die in Afrika produziert werden. (…) Ugandische Hersteller fordern strenge Kontrollen für den Import aller Secondhandkleidung. Sie argumentieren, dass Kleidung an führende Wohltätigkeitsorganisationen in den USA und in Europa gespendet wird, die es nach Afrika liefern, was das Wachstum lokaler Textilentwicklung hemmt. (…) Ugandas Textilsektor hatte früher 500 000 Angestellte und verdiente 100 Millionen Dollar durch jährliche Exporte, wurde aber aufgrund von Importen nahezu in die Knie gezwungen.“ (Foto: Carla Bobadilla)
