Am 9. April hat die Stadt Wien den Freiraum in St. Marx zerstört. Hundert Polizist:innen und die WEGA haben das Gelände geräumt. Mithilfe eines Baggers wurden innerhalb weniger Stunden alle Bauten, der Skatepark und die Gärten demoliert. Es gab kein Gespräch. Der zuständige Mitarbeiter der WienHolding ist seit Tagen nicht erreichbar.
Der aufwendig errichtete und gepflegte Ort, der wichtigste offene Freiraum in Wien, wird beseitigt, ohne dass ein Baustart für die Mega-Arena in näherer Zukunft absehbar ist. Die Verträge mit der Eventim AG sind noch nicht unterzeichnet.
Pikanterweise geschieht der Abriss genau am Tag der Eröffnung der Klima Biennale, mit der die WienHolding und die Stadt Wien ihr klimapolitisches Bewusstsein hervorstreichen. Themen wie die Lobau-Autobahn und die Zerstörung des Freiraums St. Marx zugunsten einer Event-Arena der Eventim AG stören dieses Bild. So bleiben für die Stadt unbequeme Themen außen vor.
Es ist absurd, weil gerade Orte wie der Freiraum St. Marx exakt den ausformulierten Zielen der Klima Biennale entsprechen, aber als widerspenstige und autonome Räume von der Stadt bekämpft werden. Es braucht mehr selbstorganisierte und nutzungsoffene Orte wie St. Marx, um der Klimakrise und dem Autoritarismus entgegenzuwirken – und nicht weniger.
Wir sind mit den Aktivist:innen von St. Marx für Alle! solidarisch und fordern die Stadt auf, in einen Dialog über die nachhaltige Nutzung der Freifläche in St. Marx einzutreten.
St. Marx für Alle!
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