FRAUEN*Streik - eine feministische Intervention wider die Ungleichheit. Wien, 24.10.2025. Performance: Salon Emmer. (Foto: Sascha Osaka, CC-BY)

Stilllegungen gegen das Patriarchat

FRAUEN*Streik am 24.10.2025 in Wien und überhaupt

Wir legen uns hin, wir legen uns quer, wir machen nichts. Mit dieser Ansage wider die Erschöpfung im Patriarchat rief ein Streikkomitee zum FRAUEN*Streik am 24. Oktober 2025 auf.

Inspiriert vom isländischen Frauenstreik, der sich an ebendiesem Tag zum 50. Male jährte und einen Prozess einleitete, der Island heute für Frauen zum lebenswertesten Land der Erde macht. Angeregt vom feministischen Gesellschaftsroman „Und alle so still“ von Mareike Fallwickl. Und in Fortsetzung der ersten #STILLGELEGT Aktion im Juni 2025 vor dem Parlament in Wien.

FRAUEN*Streik 2025! Wir waren dabei.

Mit etwa 2.000 Streikenden vor dem Parlament haben wir uns – und den Sraßenverkehr am Ring – stillgelegt. Auch in Dornbirn, Feldkirch, Salzburg und Ottensheim sowie an weiteren Orten versammelten sich Feminist:innen, legten sich auf rote Tücher und Decken. Zahlreiche weitere Kompliz:innen sind dem Aufruf gefolgt: „Poste dein Streikbild und füge @frauen_streik als collab hinzu!“. Bilder in den unterschiedlichsten stillgelegten Lebenslagen quer durch Österreich, outdoor und indoor, dokumentieren das auf Instagram

Aber wir waren nicht bloß still. Was war los vor dem Parlament in Wien?

Ein Feuerwerk an Kunst und Feminismus

Ein Aufgebot an künstlerischen Beiträgen sowie Einladungen aktiv mitzugestalten begleiteten die Stilllegungstrilogie. Es gab 1-Minute-Open-Mic für Schnellentschlossene, Performances mit Beteiligungsmöglichkeit für alle (#stillgelegt). Word-Rap und Live Songs. Ab Einbruch der Dunkelheit Projektionen. 

Wir sind stillgelegen, wir haben getanzt, wir haben gefeiert. Wir haben Missstände aufgezeigt und Forderungen ausgerufen. Und wir machen weiter! „Nächstes Jahr wollen wir Österreich lahmlegen! Wir streiken jetzt so lange bis wir die Gleichstellung erreicht haben.“, so Julia Zdarsky zum Auftakt, einer „Grabrede an das Patriarchat“. 

Und wir haben einen langen Atem! „Davon träume ich, das will ich noch erleben: die ganze Ringstraße gesperrt! Frauen, die auf der Ringstraße liegen solange bis alles erfüllt ist, was wir schon seit vielen hundert Jahren fordern.“, so die kämpferische Vision von Petra Unger mit Verweis auf Vorbilder von den streikenden Textilarbeiterinnen 1893 in Wien Gumpendorf bis zum ersten und nicht letzten großen feministischen Streik „NiUnaMenos“ 2016 in Argentinien, vom Frauenstreik in Island 1975 bis zu den wiederholten Frauenstreiks in der Schweiz. 

… gemeinsam von und mit so vielen Kompliz:innen

Performances: Salon Emmer, Aiko Kazuko Kurosaki. Word Rap: Yasmo. Songs, live: ERNST. Performance: Aiko Kazuko Kurosaki zu Musik von Electric Indigo in Projektionen von starsky. Projektionen: starsky. Moderation: Elisabeth Sechser. Reden und Wortmeldungen: Petra Unger, fairsorgen, sozial, aber nicht blöd, Frauenring, Hebammenzentrum, Julia Pühringer (Filmkritikerin, Journalistin), Cat Calls of Vienna, Ina Ivanceanu (Radiojournalistin, Filmemacherin), FZ – Frauen Lesben Migrantinnen Mädchen Zentrum Wien, Muslim Women Network und viele weitere Kompliz:innen.

Wie kam es zur Idee, was gab den Anstoß? Es war der Film „Ein Tag ohne Frauen“ (2025) von Pamela Hogan, erzählen die Initiatorinnen Tanja Dinter und Hedwig Wagner von ihrem gemeinsamen Kinobesuch rund um den 8. März dieses Jahres.

Danke für diesen FRAUEN*Streik!