Du kannst dich wehren. Auch ohne Papiere! (Zeichnung: Petja Dimitrova, für UNDOK)

My story can be Your story!

Mehrsprachige UNDOK-Videoserie zu Arbeitsrechten für alle

„Du kannst dich wehren!“, mit dieser Ansage ermutigt UNDOK Arbeitnehmer:innen, die ohne Papiere arbeiten, ihre Rechte einzufordern. UNDOK ist die Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender und hat in Zusammenarbeit mit OKTO sechs neue Kurzvideos produziert. Die Videos informieren über Arbeitsrechte und geben Einblick in Erfahrungen von Personen ohne EU-/EWR-Pass. Zu Wort kommen Hyo, Marita, Rami und Yahya. Sie erzählen, wie sie für ihre Rechte gekämpft und wo sie Unterstützung gefunden haben. Sie berichten, wie wichtig es ist, die eigenen Rechte zu kennen und sich zu informieren. Und sie zeigen auf, wie leicht es passiert, als Arbeitnehmer:in ohne oder mit lediglich beschränktem Zugang zum Arbeitsmarkt ausgebeutet zu werden.

Even if it doesn’t happen to You, it could still happen to Your friends

“If You come to Austria to study, You will likely work in Gastronomie. This work is often undocumented. So, I really believe that my story can be Your story. And even if it doesn’t happen to You at all or not any more, it could still happen to Your friends.”, resümiert Hyo. Hyo ist Künstlerin und wurde während dem Studium – ausgerechnet während dem Antrag auf Verlängerung ihrer Aufenthaltspapiere als Studierende – bei undokumentierter Arbeit erwischt. Was fehlte? „This paper from AMS called Beschäftigungsbewilligungsbestätigung, which neither I nor my boss knew I needed in order to work“. Eine Reihe von existenziellen Problemen war die Folge. Beratung fand Hyo schließlich bei Helping Hands. Auch ein Anwalt – der Vater einer Freund:in – hat unterstützt. UNDOK gab es damals noch nicht. 

Labour rights are human rights

Rami und Yahya schildern ihre (Arbeits-)Situation während der Zeit im Asylverfahren – und danach. Sie geben Einblick in ihre Arbeitsverhältnisse und nennen Beispiele mit 12 Stunden Arbeit täglich bei einem Stundenlohn von 6 Euro. Oder Nachtarbeit für 4 Euro pro Stunde. Und sie erzählen, wie sie sich zur Wehr gesetzt haben. Marita wiederum beschreibt die Differenzen zwischen Theorie (der Aufenthaltspapiere) und alltäglicher Praxis bei der Arbeit als Aupair. Maximal 18 Stunden pro Woche sind erlaubt. Aber: „There are many Aupairs that end up working 20, 30 or even 60 hours per week. In fact, this is working without any permission – undokumentiert.” Heute ist Marita bei AuPair Repair aktiv, ein selbstorganisiertes Netzwerk von AuPair-Arbeiter*innen, das Kolleg:innen während ihres Aufenthalts in Österreich mit Informationen und Unterstützung begleitet: “We are discussing how important it is to complain when something is not right, because we know that labour rights are human rights.”

Du kannst dich wehren! Auch wenn du ohne Papiere arbeitest. UNDOK ist auf deiner Seite!

Hyo, Marita, Rami und Yahya sprechen in den Videos Deutsch und Englisch. Alle Videos sind mit Untertitel in sechs verschiedenen Sprachen verfügbar: Paschtu, Farsi, Arabisch, Russisch, Englisch, Deutsch.

Animierte Zeichnungen von Petja Dimitrova am Beginn und Ende jedes Videos illustrieren eingangs die (rechtliche) Ausgangssituation von undokumentiert Arbeitenden und stellen abschließend UNDOK vor: „Wir informieren und beraten dich. Anonym, kostenlos und in deiner Sprache. UNDOK unterstützt dich dabei, deine Rechte in der Arbeit einzufordern. Wir arbeiten nicht mit der Polizei oder mit deinem Arbeitgeber zusammen. Wir sind auf deiner Seite!“ 


Die IG Bildende Kunst ist Gründungsmitglied von UNDOK – Verband zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender.