pay the artist now! (Taschen in black & white) (Foto: Daniela Koweindl)

Leitfaden und Honorarspiegel 2027

Für faire Bezahlung in der bildenden Kunst!

Der nächste Projektförderantrag ist in der Pipeline? Einreichfristen stehen bevor? Ja. Und überhaupt: Wer an Kostenkalkulationen für Vorhaben im nächsten Jahr arbeitet, kann ab sofort auf unsere Honorarempfehlungen 2027 für faire Bezahlung in der bildenden Kunst zugreifen – herausgegeben von IG Bildende Kunst und Künstler*innen Vereinigung Tirol, zur fairen Bezahlung selbstständiger Arbeit in der bildenden Kunst.

Here we go: Leitfaden 2027 (empfohlene Basissätze), Honorarspiegel 2027 (empfohlene Stundensätze) und die begleitenden Frequently Asked Questions (FAQ) mit zusätzlichen Erläuterungen. 

Was ist neu? Und was bleibt unverändert?

Anpassungen im Honorarspiegel (empfohlene Stundensätze) finden jährlich statt. Wir leiten sie vom Fair Pay Gehaltsschema für Kulturvereine ab. Dieses wiederum orientiert sich bei der jährlichen Aktualisierung an rollierender Inflation und Kollektivverhandlungsergebnissen. Apropos: Das von IG Kultur Österreich und GPA herausgegebene Update 2027 für Anstellungen (Empfehlungen für Mindestbruttogehälter bei Vollzeit) ist ebenfalls frisch veröffentlicht. Die Erhöhungen liegen dort im Schnitt bei plus 2,8%. 

Unsere Empfehlungen im Leitfaden – also die empfohlenen Basissätze mit runden Beträgen für beispielsweise eine Ausstellungsbeteiligung oder einen Artist Talk, jeweils mit Mindestarbeitsaufwand – bleiben diesmal unverändert. Leicht zu merken: Wir empfehlen 450 Euro Ausstellungshonorar bei einer Gruppenausstellung ab acht Künstler:innen, 450 Euro Honorar für eine Artists Lecture oder für die einmalige Aufführung einer Solo-Performance. Wohl gemerkt: bei Mindestaufwand für das Zeigen einer bestehenden Arbeit. Nicht für Konzeption, Produktion, Material etc.

Bei aufwändigeren Projekten wird es erforderlich sein, die unverbindlich empfohlenen Basissätze deutlich zu überschreiten. Inkludierten Arbeitsumfang und Detailleistungen haben wir in begleitenden FAQ zum Leitfaden und Honorarspiegel näher erläutert.

Wer soll das bezahlen?

Uns ist bewusst: Der Bund wie auch viele Länder und Gemeinden haben sich für eine rigorose Sparpolitik entscheiden, um Budgetdefizite auszugleichen. Das bringt Fair-Pay-Errungenschaften der vergangenen Jahre massiv unter Druck. Die Inflation tut ihr Übriges. Gleichzeitig bleibt faire Bezahlung ein hochgehaltenes Förderkriterium. Wie kann das funktionieren? Auf wessen Kosten? Wie gehen wir als Künstler:innen damit um, wenn Förderzusagen kommen, aber die Fördersummen hinten und vorne nicht für eine Umsetzung reichen? Was passiert dann mit dem Anspruch – auch sich selbst – fair zu bezahlen? Wie viel Fair und Pay bleibt von Fair Pay? 

Diesen Fragen wollen wir uns 2027 widmen und werden zum Erfahrungsaustausch einladen. By the way: Auch wir arbeiten gerade am nächsten Jahresprogramm und Förderanträgen. Stay tuned!

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