Am Sonntag, den 27. Juli 2025 fand in der Gedenkstätte und im Museum Peršman ein massiver Polizeieinsatz statt. Es ist dies die erste dokumentierte Hausdurchsuchung in einer NS-Gedenkstätte seit 1945, und das im Gedenkjahr 1945/2025. Der Polizeieinsatz hatte ein internationales antifaschistisches Bildungscamp im Visier, das in diesen Tagen am Peršmanhof stattfand, ausgerichtet vom Klub Slowenischer Student*innen Wien. Von Seiten der Polizei, die mit Hundestaffel, Drohnen und Polizeischubschrauber und zum Teil schwer bewaffnet anrückte, wurde der Einsatz zunächst mit Verwaltungsübertretungen wie vermeintlich wildes Campieren und Parkvergehen begründet. [1]
Razzia am Peršmanhof, gehts noch?!
Der KZ Verband Wien ruft zur Kundgebung gegen die Kriminalisierung von Minderheiten und Antifaschismus am Donnerstag, 31.7.2025 um 17 Uhr vor dem Innenministerium in Wien auf: „Wir haben Fragen! Wir sind wütend! Wir sind solidarisch mit dem Društvo/Verein Peršman, Partisan_innenverband und Klub der slowenischen Studierenden in Wien! Komm zur Kundgebung gegen die Kriminalisierung von Minderheiten und Antifaschismus. Komm alleine, mit vielen, mit Kolleg:innen, Freund:innen, als Initiative oder Verein.“
Kundgebung gegen die Kriminalisierung von Minderheiten und Antifaschismus
Donnerstag, 31.7.2025, 17 bis 18:30 Uhr
Bundesministerium für Inneres, Herrengasse 7, 1010 Wien
Programm: Redebeiträge, Lieder, Flyer.
Der Aufruf im Volltext auf Slowenisch und Deutsch: Pridite na demonstracijo proti kriminalizaciji manjšin in antifašizma!
Antifaschismus ist keine Straftat und darf es auch nicht werden!
„Wir lassen nicht zu, dass Gedenkorte wie der Peršmanhof, die sich die Aufklärung über nationalsozialistische Geschichte und ihre Gräueltaten zur Aufgabe gemacht haben, von der Kärntner Polizei gestört werden. Wir lassen nicht zu, dass unsere Genoss*innen der Kärntner-Slowenischen Minderheit von österreichischen Behörden gewaltvoll und diskriminierend behandelt werden.“, schreibt der KZ Verband Wien in seinem Aufruf zur Kundgebung und fordert:
- Antifaschismus ist keine Straftat und darf es auch nicht werden!
- Umfassende Aufklärung des Einsatzes!
- Disziplinarrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen!
- Entschuldigung von den Behörden bei den Betroffenen und Nachfahren der Verfolgten!
„Finger weg vom Peršmanhof! Kein Vergeben, kein Vergessen!“, so der KZ Verband Wien abschließend.
Antifa brauchen wir!
Die IG Bildende Kunst verurteilt den massiven Polizeieinsatz am NS-Gedenkort Peršmanhof in Železna Kapla / Bad Eisenkappel auf das Schärfste. Wir sind solidarisch mit den von Polizeirepression betroffenen Aktivist*innen und dem Društvo/Verein Peršman, der das Museum Peršman als Gedenk- und Lernort betreibt. Wir unterstützen Kritik und Forderungen vom Verband der Kärntner Partisan*innen und dem Klub Slowenischer Student*innen in Wien. Smrt fašizmu. Danke, Antifa!
[1] Zusammenfassung basierend auf Veröffentlichungen von Društvo/Verein Peršman, Verband der Kärntner Partisanen und Freunde des antifaschistischen Widerstandes (ZKP), KZ-Verband Wien und Noviglas.online (Hg.in: Hrvatski akademski klub – HAK – Kroatischer akademischer Klub, Wien).
