ARGE Kulturelle Vielfalt: Schlusskommunique 2026 (Bild: Volodymyr Hryshchenko / unsplash.com)

Faire Arbeit, freie Kunst, starke Kulturpolitik

Schlusskommuniqué 2026 der Arbeitsgemeinschaft Kulturelle Vielfalt

Im Rahmen der 14. Klausurtagung der ARGE Kulturelle Vielfalt im März 2026 in Feldkirch, Vorarlberg diskutierten die unterzeichnenden Expert:innen zentrale Herausforderungen und Perspektiven der Kulturpolitik. Daraus entstanden Empfehlungen zur Umsetzung der UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in Österreich. Einleitend wird festgehalten:

“Eine demokratische Gesellschaft braucht einen vielfältigen Kunst- und Kultursektor – und dieser braucht stabile Strukturen und verlässliche Finanzierung. Gerade in der Zweiten Republik war der Schutz dieser zentralen europäischen Errungenschaft noch nie so wichtig wie heute. Budgetkürzungen gefährden die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen als demokratisches Fundament, während autoritäre Angriffe weiter zunehmen.”

Wie konkret diese Gefährdungen bereits sind, zeigt sich an den Angriffen auf künstlerische Ausdrucksformen, insbesondere im Kontext von Drag-Kunst und queerem Leben. Gleichzeitig verschärfen strukturelle Hürden und Budgetkürzungen die prekäre Lage vieler Kunst- und Kulturakteur:innen und erschweren langfristige Planungsperspektiven massiv. Ferner schwinden öffentliche Diskursräume – nicht zuletzt durch mediale Konzentrationsprozesse und den Rückgang unabhängigen und kritischen Kulturjournalismus. 

“Diese Entwicklungen sind kein isoliertes Phänomen, sondern ein besorgniserregendes Signal für Österreich insgesamt. Sie machen deutlich, wie dringend es strategische Bündnisse und Solidarität über die Regionen hinweg braucht.” 

Zentrale Schwerpunkte und Forderungen des Schlusskommuniqués 2026 sind:

Die Mitglieder der ARGE Kulturelle Vielfalt greifen zentrale Themenbereiche auf, um bestehende Herausforderungen und notwendigen Handlungsbedarf für den Schutz kultureller Ausdrucksformen aufzuzeigen. Die thematische Ausrichtung folgt den Vorgaben des Monitoring-System der UNESCO-Konvention:

  • soziale und ökonomische Absicherung von Kunst- und Kulturakteur*innen
  • budgetäre Situation und Kulturförderungen
  • Urheber:innenrechte
  • künstlerische Freiheit
  • öffentlich-rechtliche Rundfunk (ORF) und freie Medien
  • kulturelle Bildung
  • Kunst und Kultur im Kontext nachhaltigen (Regional-)Entwicklung
  • antidiskriminatorische Kunst- und Kulturpolitik
  • globale Asymmetrien in der Internationalisierung des Kunst- und Kultursektors. 

Das detaillierte Schlusskommuniqué 2026 steht auf der Website der ARGE Kulturelle Vielfalt zur Verfügung, Link zum Download siehe unten. Die IG Bildende Kunst ist Mitglied der ARGE Kulturelle Vielfalt und (vertreten durch Daniela Koweindl) Mitverfasserin des Schlussommuniqués 2026.

Die Arbeitsgemeinschaft Kulturelle Vielfalt (ARGE) ist die zentrale Dialogplattform der Österreichischen UNESCO-Kommission zur aktiven Beteiligung der Zivilgesellschaft am Prozess der Umsetzung der „UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ in und durch Österreich.