Der Kunst- und Kultursektor steht unter Druck. Österreichweit werden Budgets gekürzt und die Lage für freischaffende Künstler*innen, Kulturarbeiter*innen und Kultureinrichtungen spitzt sich zu. Immer neue Anforderungen an einen professionell, nachhaltig und fair arbeitenden Kultursektor führen diesen in ein Spannungsfeld, das eine Transformation erschwert.
Wie kann es trotz aller Einschränkungen dennoch gelingen, Kultur und Natur nicht gegeneinander auszuspielen? Mit welchen Mitteln kann eine regenerative Kulturarbeit als sozialer und ökologischer Nährboden Gemeinschaften vor Ort stärken? Welche Rahmbedingungen brauchen Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen, um diese Arbeit leisten zu können?
Der von der IG Kultur Vorarlberg initiierte Begriff der Regenerativen Kulturarbeit versteht Kulturbetriebe als lebendige und sich stets verändernde Systeme, die nicht nur auf Krisen reagieren, sondern aktiv und reflektiert ein blühendes Umfeld schaffen. Im UNESCO-Talk „Regenerative Kulturarbeit zwischen Krise und Transformation“ werden die Potentiale von Kunst- und Kulturarbeit im Rahmen einer verantwortungsvollen Kulturpolitik diskutiert und in einer Handlungsempfehlung für die Zukunft formuliert.
Auf internationaler Ebene setzt sich die UNESCO maßgeblich dafür ein, Kultur als zentrale Säule der Nachhaltigen Entwicklungsagenda zu verankern. Vor diesem Hintergrund hat die UNESCO im Herbst 2025 erstmals einen Weltkulturbericht veröffentlicht, der ökologische, soziale und kulturelle Dimensionen zusammenbringt. In Kooperation mit der IG Kultur Vorarlberg, Interessenvertretung unabhängiger Kultureinrichtungen, lädt die Österreichische UNESCO-Kommission zu einem diskursiven Abend mit Impulsen von Künstler*innen und Expert*innen aus Kunst, Kultur, Umwelt und Politik. Der Abend findet im Rahmen der Klausurtagung der UNESCO ARGE Kulturelle Vielfalt statt.
Gemeinsam laden die IG Kultur Vorarlberg und die Österreichische UNESCO-Kommission zu einem Abend mit diskursiven und künstlerischen Impulsen von Expert*innen aus Kunst, Kultur, Umwelt und Politik. Mit Beiträgen von
- Klimabotschafterin Lea Brückner,
- Sabine Benzer (Theater am Saumarkt),
- Autorin Sarah Kuratle,
- Daniela Koweindl (IG Bildende Kunst),
- Matthias Merta (Biosphärenpark Großes Walsertal) und
- Musiker Andreas Paragioudakis.
Ein Diskursiver Abend beleuchtet die regenerative Kraft von Kunst und Kultur. Wir erörtern die Fragen, welchen gesellschaftlichen und ökologischen Beitrag Kunst und Kultur leisten und unter welchen Bedingungen sie zukunftstaugliche Entwicklungen mittragen.
Freier Eintritt
Bitte um Anmeldung unter www.unesco.at.
Der Veranstaltungsraum ist aufgrund der vorhandenen Stiegen leider nicht barrierefrei zugänglich. Bitte kontaktieren Sie dazu oeuk@unesco.at.
Zentrale Rolle der Kultur
Der aktuelle UNESCO-Weltkulturbericht betont die zentrale Rolle von Kultur als gestaltende Kraft gesellschaftlicher Transformation. Gerade angesichts des finanziellen Drucks, prekärer Arbeitsbedingungen und wachsender Anforderungen an Professionalität rückt der Perspektivenwechsel in den Fokus, Kultur nicht als betroffenen Bereich zu betrachten, sondern als regenerativen Motor für Gemeinschaft, Umwelt und demokratisches Zusammenleben.
„Die regenerative Kraft der Kulturarbeit in Vereinen und Kulturzentren ist in Zeiten multipler Krisen besonders wichtig. Denn hier ist es lebendig, hier werden Beziehungen gestärkt und hier zeigen sich Menschen kooperativ und verantwortlich gegenüber Gesellschaft und Umwelt.“ – Mirjam Steinbock, IG Kultur Vorarlberg
„Die UNESCO ruft nach wirksamen, politischen Rahmenbedingungen für den Kultursektor – denn nur gemeinsam mit Kunst und Kultur ist ein ökologischer Paradigmenwechsel möglich.“ – Klara Koštal, Österreichische UNESCO-Kommission
Impulse aus Kunst, Kultur und Regionalentwicklung
Zu Gast sind Klimabotschafterin Lea Brückner, Autorin Sarah Kuratle, Musiker Andreas Paragioudakis, die kulturpolitische Sprecherin der IG Bildende Kunst Daniela Koweindl, Biosphärenpark-Manager Matthias Merta und Kulturmanagerin Sabine Benzer. In den Abend begrüßen Mag.a Kathrin Kneißel, Leiterin der Abteilung Europäische und internationale Kulturpolitik im BMWKMS, Kulturlandesrätin Dr.in Barbara Schöbi-Fink und der Feldkircher Bürgermeister Ing. Manfred Rädler. Neben Beiträgen aus Literatur und Musik werden auf dem Podium strukturelle Voraussetzungen für eine wirksame Kulturarbeit und die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements diskutiert. Es moderieren Klara Koštal und Mirjam Steinbock. Bereits im Vorfeld äußerten sich die Gesprächsgäste zum Thema:
„Regenerative Kulturarbeit – diese Begrifflichkeit weißt sehr treffend auf die umfassende Wirkung von Kunst- und Kulturarbeit hin: Ein probates ‚Mittel‘ gegen Symptome unserer Zeit wie Vereinsamung, Nivellierung von Komplexität und Multiperspektivität, Dominanz des Digitalen, Ausbeutung von Kreativität und Verschwendung von Ressourcen.“ – Sabine Benzer, Theater am Saumarkt
„Regeneration ist für mich ein Weg zu einem gemeinschaftlichen Leben im Einklang mit der Natur“ – Matthias Merta, Biosphärenpark Großes Walsertal
„Regeneration als lebendiges Kontinuum bedeutet für mich: einen Moment stillstehen und lauschen, wie die innere Welt mit der äußeren Welt korrespondiert und umgekehrt. Es ist der Moment der Erkenntnis des ‚Wo stehe ich gerade?‘. Nur aus diesem Moment heraus kann für mich Vision entstehen.“ – Andreas Paragioudakis, Musiker
Einbettung des UNESCO-Talks in Jubiläumsjahr
Der UNESCO-Talk ist zugleich ein Programmpunkt im Jubiläumsjahr der IG Kultur Vorarlberg, die seit 35 Jahren unabhängige Vorarlberger Kulturinitiativen vertritt und in diesem Jahr deren regenerative Wirkung und gesellschaftliche Relevanz ins Zentrum rückt. Den Auftakt ins Jubiläumsjahr bildeten Neujahrsgespräche mit über 70 Vertreter*innen aus Kunst, Politik, Wirtschaft, Naturschutz, Tourismus und Sozialbereich.
UNESCO-Dialogplattform der Zivilgesellschaft
Die Veranstaltung findet im Rahmen der 14. Klausurtagung der ARGE Kulturelle Vielfalt statt. Die jährliche Klausurtagung dient der praxisorientierten Analyse der Umsetzung der „UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ und bringt Vertreter*innen aus dem Kunst- und Kulturbereich zusammen, um zentrale kulturpolitische Themen zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Die Arbeitsgemeinschaft Kulturelle Vielfalt (ARGE) ist die zentrale Dialogplattform der Österreichischen UNESCO-Kommission zur aktiven Beteiligung der Zivilgesellschaft am Prozess der Umsetzung der „UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ in und durch Österreich.
