Künstlerische Positionen: Globale soziale Rechte

Drei künstlerische Beiträge begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Bildstrecke: Ni Una Menos Austria
Mittelposter: Rigo 23
Backcover: Vivi Zurita

Die Bildstrecke zeigt Bilder von Protesten und künstlerischen Aktionen der gemeinnützigen, politisch unab-hängigen, dekolonialen und queer-feministischen Aktivist*innengruppe Ni Una Menos Austria. Seit 2017 setzt sich die Gruppe mit Sitz in Wien für mehr Bewusstsein, Prävention und Sichtbarkeit von patriarchaler Gewalt ein. Inspiriert von der lateinamerikanischen Ni Una Menos-Bewegung, die 2015 in Argentinien begann, betrachtet die Gruppe Femizid als strukturelles Problem und nicht als Einzelschicksal. Die Gruppe kämpft für ein Leben ohne Angst und gegen die Normalisierung von Gewalt und Ausbeutung. Ihr Engagement zielt auf eine Welt, in der Würde, Gleichheit und Freiheit für alle in ihrer Vielfalt verwirklicht sind. Ihr Aufruf bleibt laut: Ni una menos, vivas y libres nos queremos!

Auf dem Rückcover ist eine Fotografie der afrokaribischen Künstlerin Vivi Zurita zu sehen, die derzeit kontextuelle Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert. Diese Ausgabe zeigt eine Fotodokumentation einer ihrer Performances in Wien. Mit einem Schild mit der Aufschrift Where is my visa? richtet sie sich an die Magistratsabteilung 35, die für lange Wartezeiten für Aufenthaltsdokumente kritisiert wird. Ihre Performance thematisiert die Marginalisierung Schwarzer Migrantinnen und verbindet persönliche Erfahrung mit einer globalen Forderung nach sozialen Rechten für Migrant*innen.

Das Plakat zeigt eine Malerei aus dem größeren Projekt Programa Espacial Autónomo InterGaláctico (Autonomes Intergalaktisches Raumfahrtprogramm), einem kollaborativen Kunstprojekt unter der Leitung des Künstlers Rigo 23. Es vereint zahlreiche Künstler*innen, Dichter*innen, Sticker*innen und Organisationen aus Chiapas, Mexiko, die dem Zapatistischen Widerstand angehören. Das Projekt wird als multimediale Ausstellung präsentiert. Auf der Vorderseite trägt das Werk die Inschrift Wir wollen eine Welt, in der viele Welten Platz haben (Queremos Un Mundo Donde Quepan Muchos Mundos).