Wasser

#74 Wasser, Herbst 2025

Einundsiebzig Prozent der Erdoberfläche, bis zu achtzig Prozent des menschlichen Organismus, lebensspendendes und gewaltvoll zerstörendes Element, Medium des globalen Handels, Metapher in Kunst und Literatur, Schauplatz von Kämpfen um Eigentum und guter Laune: Wasser. Es ist aus dem planetaren Alltag nicht wegzudenken und dabei zunehmend umkämpft. Etwa bei den Standing Rock-Protesten gegen den Bau der Dakota Access-Pipeline durch ihr Reservat in Nordamerika, die sich zu einem globalen Kampf für indigene Rechte entwickelten. Überhaupt ist das Wasser nicht nur aufgrund der vielschichtigen Beziehungsgeflechte und des mannigfaltigen... mehr

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Big Top

Zur Schrift

In jeder Ausgabe des Bildpunkt wird der Titel des Schwerpunktthemas in einer anderen Schrifttype gesetzt, diesmal in der Big Top (Jeroen Klaver, Amsterdam 2022, https://shamrocking.com). Es ist eine Western-Woodtype. Aber es geht um Wasser: Die Schrift erinnert an den Schriftzug der Circus-Bar (https://circus bar.com.gt) am Atitlansee in Guatemala, ein legendäres Musiklokal. Der Atitlansee entstand durch...mehr

Wässrig, fließend, tobend: Wasser

Editorial

Es ist überall. Einundsiebzig Prozent der Erdoberfläche, bis zu achtzig Prozent des menschlichen Organismus – Wasser ist aus dem planetaren Alltag nicht wegzudenken. Doch etwa ein Viertel der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, etwa die Hälfte leidet jährlich unter extremer Wasserknappheit. Und auch diese Prozente sind ungleich verteilt; einige Regionen sind besonders hart...mehr

Künstlerische Positionen: Wasser

Drei künstlerische Beiträge begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen. 

Bildstrecke: Lobau Listening Comprehensions
Mittelposter: Sarah Bildstein
Backcover: Mohamed Abdelkarim

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Wasser im Anthropozän

Über aquatische Ökosysteme in Geschichte und Gegenwart, verschiedene Phasen der Wasserpolitiken von der Eroberung Lateinamerikas bis heute und was das Wasser mit Kolonialität zu tun hat.

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„Lori is a Mermaid!“

Künstlerische Forschung mit phantasmatischen Figuren wie der Wasserfrau

Eine Wiederaneignung der Wasserfrau aus posthumanistischer Perspektive ist möglich: Über die emanzipatorischen Potenziale popkultureller Repräsentationen und fluide Kompliz:innen..

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„…Wassergerechtigkeit nachhaltig sichern…“

Bildpunkt: Dürren und Überflutungen, Wasserknappheit in den Städten, Verschmutzung der Flüsse, mehr als zwei Milliarden Menschen ohne regelmäßigen Zugang zu Trinkwasser – was an der momentanen Situation des Wassers beunruhigt sie am meisten? Marlies Wirth: Besonders beunruhigt mich die ungleiche Verteilung von sauberem Trinkwasser: Obwohl Wasser überlebensnotwenig ist und seit 2010 der Zugang dazu als...mehr

Von den Wassern erzählen

Glosse

Wie kann ich von Wasser sprechen, ohne es, wie bisher gewohnt und in unseren sozialen und geografischen Breiten üblich, zur ökonomischen und ökologischen Ressource zu abstrahieren? Wie kann ich lernen, es in seinen verschiedenen Dimensionen zu begreifen – als Lebenselixier ebenso wie als existenzielle Grenze oder als transkontinentales Archiv? Wie kann ich den Wassern und...mehr

Wächterinnen des Wassers – Künstlerische Positionen aus Lateinamerika

Über die terrestrische Logik, das trockene Ideal und künstlerische Interventionen vor dem Hintergrund einer dekolonialen Ökologie: Tropfen und Fließen gegen die extraktivistische Moderne.

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Wassergerechtigkeit

Über die juristischen Aspekte des Menschenrechts auf Zugang zu Wasser und sanitärer Versorgung

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Kommunal- und global-politische Aspekte des Umgangs mit Wasser

Über Meilensteine der Siedlungswasserwirtschaft, die Herausforderungen nachhaltigen Regenwassermanagements und über die Freiheit des Wassers.

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Wasser im Buch

Das Wasser schwappt über die meterhohe Mauer des Wienflusses auf die U-Bahnschienen, ein halbes Jahr später werden selbst in England die Wasservorräte knapp, „Gletschermassenschwund“ und mehr als 2 Milliarden Menschen ohne regelmäßigen Zugang zu sauberem Trinkwasser: Die Ökonomie des Wassers unter den Bedingungen der Klimakatastrophe läuft aus dem Ruder. „Vor der Flut kommt die Dürre,...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

Geringfügig zynisch

2026 ist Schluss mit Zuverdienst zum Arbeitslosengeld

Leistung muss sich lohnen. Dieses Mantra gerät zur Alarmglocke für Einschnitte in der sozialen Absicherung. So hat es etwa die Abschaffung der Möglichkeit zum geringfügigen Zuverdienst bei Arbeitslosgengeld ins aktuelle Regierungsprogramm geschafft.  Doch das fördert Armut, verhindert Arbeit und trifft Frauen besonders. Von einer „sozialpolitischen Katastrophe“ spricht der Kulturrat Österreich – nicht zuletzt mit Blick...mehr

Die Unsichtbarkeit des Offensichtlichen

Die Vertrauensstelle Kunst und Kultur ist Anlauf- und Fachstelle für Kulturwandel

Kunst steht gemeinhin für Freiheit, Experimentierfreude und radikale Ästhetik. Zugleich werden immer wieder Vorfälle bekannt, in denen Machtmissbrauch, Belästigung und Gewalt als künstlerische Exzentrik oder als unvermeidbares Übel verharmlost werden.

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Der Vorlass – Spuren ins Morgen legen

„Ich will nicht bloß Spuren hinterlassen – ich will bestimmen, welche Spuren lesbar bleiben“. Dieser von der US-amerikanischen Künstlerin und Pionierin feministischer Performance- und Body-Art, Carolee Schneemann (1939–2019), formulierte Satz bringt auf den Punkt, worum es beim Gedanken an Vorlass und Nachlass geht: um die bewusste Entscheidung, das eigene Werk nicht einfach dem Zufall oder...mehr

Die IAA Europe Generalversammlung: neuer Vorstand und viele Ideen

International Artists Association Europe ist als regionale Organisation Teil von IAA/AIAP, der Weltorganisation bildender Künstler: innen. Als europäisches Netzwerk agiert sie selbständig und repräsentiert etwa 40 Berufsorganisationen.

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