Trope & Tropen
#70 Trope & Tropen, Sommer 2024
Unkontrollierte, üppige und sinnliche Vegetation stehen im Gegensatz zu den Menschen, die vom Summen der Moskitos gehemmt werden und versuchen, mit den Füßen im dicken Schlamm zu laufen, zwischen fünf Meter langen Schlangen, fleischfressenden Pflanzen und der Unmöglichkeit zu entkommen. Von der Erhabenheit bis zur reinen Dekadenz: Die Tropen haben alles zu bieten!
Die Entstehung der Tropenbilder wird gewöhnlich auf jene Periode der europäischen Geschichte zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert zurückgeführt, als Expeditionen und die aufkommenden Naturwissenschaften zusammenkamen, um Bilder von all dem zu schaffen, was nur... mehr
Miai
Zur Schrift
In jeder Ausgabe des Bildpunkt wird der Titel des Schwerpunktthemas in einer anderen Schrifttype gesetzt, diesmal in der Miai (Doris Lang, Wien 2018, https://mostly.graphics/Miai). Sie ist der Versuch, Werkzeuge und Technik der japanischen Kaligraphie in ein lateinisches Schriftbild zu übersetzten und die Ansprüche der Lesbarkeit in der Typographie zu erfüllen. Neben den lateinischen Schriftschnitten verfügt...mehrTrope und Tropen
Editorial
Wie rezipieren wir das Andere, ohne es uns auf illegitime Weise anzueignen? Wie und was greifen wir auf, ohne Stereotype zu reproduzieren und Exotisierung zu betreiben? Die bolivianische Aktivistin Adriana Guzmán Arroyo kritisierte kürzlich in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El País den eurozentrischen Feminismus für seinen „kolonialen, paternalistischen Blick“. Über eurozentrische Feministinnen sagt...mehrKünstlerische Positionen: Trope und Tropen
Drei künstlerische Beiträge begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.
Bildstrecke: Fabiano Kueva
Mittelposter Christian Bendayán
Rückseite: Verena Melgarejo Weinandt
Was sind die Tropen?
Das Tropische in der visuellen Kultur des Tourismus
Über die Tropen als Sehnsuchtsort für Tourist:innen, Künstler:innen und die Wissenschaft. Und über den Blick als Ausdruck von Machtverhältnissen und Instrument der Klassifizierung.
mehrPrivilegienkritik: Raus aus der Nische!
Privilegien müssen kritisiert werden. Aber der Privilegiencheck braucht einen Neustart und sollte strukturelle Ursachen in den Blick nehmen, politische Bündnisse fokussieren sowie Kontingenz betonen.
mehr„… wie die Irrelevanz der westlichen Kunstgeschichte durchzusetzen wäre …“
Trope und Tropen im Gespräch mit Miguel A. Lopez und Mai Ling
Bildpunkt: Dieser Bildpunkt kreist um die Frage, wie die „Tropen“ – eine bestimmte, imaginäre tropische Erfahrung – das Denken und Schreiben beeinflusst. Kulturelle Kodes und Muster für die Selbstbeschreibung entstehen, aber auch die Exotisierung der Anderen, oft als stereotypisierende Liebeserklärung, die einschnürt und nicht Gleichheit praktiziert. Formen sowohl literarischer als auch künstlerischer Revisionen solcher kolonial...mehrFremde in der Schule des Südens
Über die kolonialen Dimensionen der französischen Theorie
Auf der Suche nach der moralischen Haltung angesichts der Verstrickung in koloniale Situationen: Über die Effekte des Kolonialismus auf die sogenannte französische Theorie.
mehrDas Neue und die Selbstexotisierung
Nachtrag zur documenta fifteen
Als Gegenentwurf zum einheitlich gedachten „westlichen“ Kunstsystem konzipiert, rief die documenta fifteen zugleich einen von dessen zentralen Imperativen auf: das Neue zu repräsentieren. Über vertane Chancen einer Debatte.
mehrKoloniale Kontinuität im Alltag: Die Inszenierung des Exotischen
Über Exotismus als vermeintliche Alternative zum Rassismus: Mysteriöse Körper, patriarchale Blicke und Dekolonisierung als antidiskriminierendes Instrument des Empowerment.
mehrTrope und Tropen im Buch
Ein „selbstironisches Spiel mit Exotismus“ habe Michel Foucault zwar betrieben. Insgesamt aber, resümmiert der Kulturwissenschaftler Onur Erdur, bleiben Kolonialismus und Neokolonialismus eine „eklatante Leerstelle in Foucaults Werk“, wie auch in dessen Rezeption. Erdur zeigt in seiner instruktiven und gut lesbaren Spurensuche nach dem Einfluss kolonialer Situationen auf die französische Theorie auf, dass etwa Pierre Bourdieu,...mehrKunst- und Kulturpolitik
Zwischen Utopie und Selbstverständnis
Eine Zwischenbilanz nach Ende der Pay the Artist Now! Infotour
Wo machen die Werkzeuge Sinn und lassen sich gut einsetzen? Wo gibt es nach wie vor Probleme und braucht es Adaptierungen? Wie gestaltet sich das Arbeiten mit den adaptierten Einreich- und Abrechnungsformularen der unterschiedlichen Gebietskörperschaften? Wo stehen die unterschiedlichen Bundesländer im Fair-Pay-Prozesses?
mehrKunstpolitischer Widerstand in Zeiten von Schwarz-Blau
In Vorbereitung der österreichischen Nationalsratswahl 2024
Die IG Bildende Kunst arbeitet aktiv an einer Kampagne, die ihre Mitglieder sowie Nicht-Mitglieder und andere Akteur:innen in der Kunst und Kulturszene ermutigt, den gesellschaftspolitischen Diskurs, vor allem im Hinblick auf die Kunstpolitik, mitzubestimmen. Im Folgenden präsentieren wir Zitate, Wortmeldungen und Gedanken aus dem Archiv der IG Bildende Kunst, die an wichtige kunstpolitische Kämpfe gegen...mehrBericht zur Generalversammlung der IG Bildende Kunst für die Funktionsperiode 2022–24
Insgesamt wird die Arbeit des Vorstandes als positiv eingeschätzt, es gab wertschätzende Rückmeldungen, dass die Kommunikation und Servicearbeit der IG als sehr stärkend erlebt wird.
Am 23.05.2024 fand die ordentliche Generalversammlung der IG Bildende Kunst statt, die Funktionsperiode 2022–24 wurde damit abgeschlossen. Die Tagesordnung umfasste – neben den obligatorischen Punkten wie Entgegennahme des Rechenschaftsberichtes, des Finanzberichtes und die Entlastung des Vorstandes – auch eine Vorschau auf die in nächster Zeit geplanten Aktivitäten und Veranstaltungen. Darüber hinaus gab es Raum für Fragen, Anregungen und Kritik seitens der anwesenden Mitglieder.
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