Sich aufführen.

#04 Performance, Performance, Sommer 2006

Mit Performance, Performance widmen wir uns wieder einem kulturtheoretischen Großbegriff, einem Container-Wort erster Güte, dessen Füllung ebenso aus kunsthistorischen Innereien wie aus Beigaben der Straße besteht, entwickelt in den Repertoires des politischen Aktivismus. Wie auch in den letzten Ausgaben haben wir AutorInnen und KünstlerInnen gewonnen, die in besonderer Weise in das Thema involviert sind. Wir möchten so einerseits auch diesmal eine vielseitige Einführung in einen so grundsätzlichen Gegenstand bieten. Und andererseits Position beziehen.

Als Michel Foucault Ende der 1970er Jahre von neuen... mehr

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Drei künstlerische Positionen: Performance, Performance

Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Bildstrecke: Katrina Daschner
Poster: Marko Lulic ́
Rückseite: Carlos Perez

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Der Deus ex machina der neuen Bühnen

Performance allerorten. Von der Börse, an der ein Unternehmen eine gelungene Performance hinlegt, bis in die letzten subkulturellen Hinterzimmer, in denen performativ an Identitäten gezimmert wird: Performanzen aller Arten haben die Bühnen längst verlassen und den Alltag erreicht. Kaum ein Begriff hat in den letzten Jahrzehnten eine ähnlich interdisziplinäre Verbreitung und darüber hinaus scheinbar auch...mehr

Text als Ereignis

In den verschiedenen indogermanischen Sprachen, im Altindischen, Altgriechischen und Lateinischen stehen Wörter wie taksch oder tektainomai für „zimmern“ und „ins Werk setzen“ oder texo für „weben“ und „flechten“. Nicht das fertige Produkt eines Textes steht im Vordergrund, sondern der Prozess der Verwebung. Im dramatischen Theater dagegen, sei es traditionell oder Regietheater, ist der Text beendet,...mehr

Im Alltag festgeschrieben

Performance, Performance im Gespräch. Mit Felicitas Thun und Carola Dertnig

Als künstlerische Technik und kunsthistorisches Genre ist die Performance seit den 1960er Jahren aus der Kunstproduktion nicht wegzudenken. Der Gedanke der tätigen Herstellung von Zusammenhängen, Situationen und Räumen hat seit den 1990er Jahren auch die gesellschaftstheoretischen Debatten geprägt, die wiederum zurück wirken auf den künstlerischen Diskurs.
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Unser Wien: Welthauptstadt des Hauswandrassismus

60 Sekunden nach dem Eintreffen des „Fwd: Fwd: Fwd: hundekot.at“-emails auf meinem Computer war ich der 60 000ste Unterzeichner der Petition. Ich mag die Haufen nicht, die Hunde hinterlassen und noch weniger kann ich die Menschen leiden, die sie nicht wegräumen. Dabei ist Hundekot kein Schicksal, der Vergleich macht sicher: „Clean up after your Dog!“...mehr

Performance, Performance, Performance

Die Macht der Wiederholung und Aneignungsstrategien der Prekären

Okay, womit beginnen: Vielleicht so … 1. Ideologie performt Aber warum? Performance, Performanz, Performativität sind Wörter, die leicht miteinander verwebt werden, aber nicht dasselbe bedeuten. Performance als künstlerische Ausdrucksform scheint da noch einen leichteren Zugang zu bieten, auch wenn, und das ist gut so, Performance Kunst ein nicht klar definierter Raum ist. Performanz oder Performativität...mehr

Die Erinnerung an eine Subversion weiterspinnen

Performance in Guatemala

Im Dezember 1996 wurde in Guatemala der Friedensvertrag zwischen der Guerilla und der Nationalen Armee unterzeichnet. Mehr als drei Jahrzehnte der politischen, intellektuellen und sozialen Verfolgung hatten die Geschichte in Trauer getränkt. Während dieser Zeit wurden sämtliche sozialen Ereignisse, bei denen sich Leute zusammenfanden, als Gefahr für den Staat betrachtet. Die Kampagne, die in den...mehr

Jesus-Werden – Bild-Werden

Gefangenenproteste in Bolivien

Bei politischen Demonstrationen handelt es sich oft um ausgefeilte symbolische Konzepte, die sich bewusst komplexer semiotischer Strukturen bedienen ohne dabei künstlerische Ambitionen zu unterhalten. Vielmehr geht es um Repräsentationspolitik und Medienwirksamkeit. Ein Spiel zwischen AkteurInnen und Medienapparat: das Bild-Werden eines von vornherein als medial gedachten Ausdrucks. Im Zeitalter der Medien und des dadurch bestimmten gesellschaftlichen...mehr

Performance, Performance in Buch und Netz

Carola Dertnig und Stefanie Seibold (Hg.): Let’s twist again. Was man nicht denken kann, das soll man Tanzen. Performance in Wien von 1960 bis heute, Gumpoldskirchen 2006 (Dea Verlag). Gerhard Dirmoser: Performance-Art Context, asa.de/research/kontext/ Erika Fischer-Lichte: Ästhetik des Performativen, Frankfurt a. M. 2004 (Suhrkamp Verlag). Christian Janecke: Performance und Bild – Performance als Bild, Berlin...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

Wer vertritt deine Interessen?

Prekarisierung, Organisierung, soziale Rechte

Seit einiger Zeit schon ist in Österreich die so genannte „Krise der Gewerkschaften“ in aller Munde. Dass diese Krise allerdings so neu gar nicht ist und dass es sich dabei vor allem um eine Krise bestehender Formen der Interessensvertretung von Lohnabhängigen handelt, findet kaum Erwähnung. Gerade aber die Prekarisierung, also die fortschreitende Entsicherung der Arbeits-...mehr

Antidiskrimininatorische Praxis an der Kunstakademie

Bekanntlich soll jedes Unternehmen, jeder Betrieb oder jede Institution eine eigene antidiskriminatorische Betriebsvereinbarung erstellen. Ziel ist die Erkennung und die Definition aller diskriminierenden Praktiken innerhalb des Betriebes, welche aufgrund von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion, Alter oder Behinderung auftreten, sowie die Erarbeitung von antidiskriminatorischen Mechanismen, durch welche die Probleme in diesem Bereich gelöst werden können. An...mehr

Künstlersozialversicherungsfonds: Schluss mit Rückzahlungen!

Der Kulturrat Österreich fordert einen Stopp sämtlicher Rückzahlungsforderungen. Der Künstlersozialversicherungsfonds wird bei einigen KünstlerInnen auf die Rückzahlung verzichten. Kunststaatsekretär Franz Morak sieht zu und beschwört sein Erfolgsmodell.

Zum Jahresbeginn war die erste Großkontrollaktion des Künstlersozialversicherungsfonds abgeschlossen. Der Fonds hat die Einkommen aller KünstlerInnen überprüft, die 2001 einen Zuschuss zum Pensionsversicherungsbeitrag erhalten haben. Das Ergebnis: 600 KünstlerInnen haben die vorgeschriebene Mindesteinkommengrenze nicht erreicht. 600 KünstlerInnen haben 2001 weniger als 3 554,57 Jahresgewinn mit ihrer künstlerischen Arbeit erzielt. Und weil das – gemäß Künstlersozialversicherungsfonds-Gesetz...mehr