Editorial

#10 Kollektivkräfte, Winter 2007

Jens: Werden in der gemeinsamen Produktion einer Zeitschrift Prozesse freigesetzt, bei denen es nicht nur um Kooperationen und deren mehr oder weniger gelungene Effekte geht, sondern, wie Marx sagt, „um die Schöpfung einer neuen Kraft, nämlich der Kollektivkraft“?

Nora: Ich bin jedenfalls froh, wenn ihr mich von blöden Ideen abhaltet. Und ich habe sehr viel von euch gelernt!

Jens: Müssen alle alles machen (können) oder wie viel Experten tum verträgt ein Kollektiv?

Nora: Zu dieser Frage möchte ich an... mehr

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Drei künstlerische Positionen: Kollektivkräfte

Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Ausgewählt und zusammengestellt von Nora Sternfeld, Eva Dertschei und Carlos Toledo in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen. Bildstrecke: Ernesto Salmerón, www.ernestosalmeron.com Poster: Raqs Media Collective, www.raqsmediacollective.net Rückseite: Klub Zwei, www.klubzwei.at Ernesto Salmerón lebt und arbeitet in Managua, Nicaragua. Seit 1996 arbeitet er an seinem dokumentarischen Projekt Auras de guerra, indem er sich mit der Sandinistischen Revolution...mehr

Das Mexikanische Pentagon: Kollektivistische Abenteuer während der 1970er Jahre

Los Grupos Das Mexiko der 1970er Jahre erlebte das Aufkommen verschiede ner künstlerischer Experimente mit dem Kollektivismus und die Entstehung eines guten Dutzends von KünstlerInnenkollektiven, bekannt als „los grupos“ (die Gruppen). Dazu gehörten Grupo Proceso Pentágono, Grupo Suma, Grupo Tetraedo und Taller de Arte e Ideología („Workshop Kunst und Ideologie“), die Kollektivismus sowohl als Arbeitsmethode...mehr

Zwischen Utopie und Alltag

Arbeiten in feministischen Kollektiven

Für die Ausstellung DIY – Wir machen es uns selbst! im Mai 2007 in der Galerie IG Bildende Kunst haben wir1aktivistische, journalistische, künstlerische, musikalische und politische Kollek tive und Netzwerke2eingeladen, ihre Tätigkeiten in Selbstdarstel lungen und Beiträgen vorzustellen. Damit versuchten wir, femini stische Kulturarbeit und Ausdrucksformen, die sich außerhalb eines etablierten Hochkulturkontextes bewusst selbst organisie...mehr

… innerhalb der bestehenden Anerkennungsökonomie

Kollektivkräfte im Gespräch. Mit an.schläge, Revista Colectiva und Tercerunquinto.

Bereits Vincent Van Gogh wollte aus seinem gel ben Haus in Arles eine Künstlerkommune machen, die klassische Moderne ist ohne kollektive künstleri sche Organisierung kaum denkbar. Handelte es sich Marchante sin delantal / Marktverkäufer ohne Schürze (Marchante: Marktverkäufer, Marschierender, Demonstrant) einmal um rein pragmatische Zusammenschlüsse, stand Kollektivität zum anderen auch programmatisch auf der Agenda der...mehr

Stell dir vor, es ist Meinl

Und keiner kauft ein. Auf der Speisekarte steht M*** im Hemd und niemand bestellt. Ein Zeitungsartikel mit eindeutig rassisti schen Argumenten setzt der Diskussion ums Bleiberecht die Kro ne auf und es hagelt Leserbriefe, Abokündigungen und Insera tenstornos. Am Fußballplatz beleidigt ein Zuschauer einen Spieler aufgrund seiner afrikanischen Herkunft, und ein Chor von um stehenden...mehr

The Politics of Bohemia

Die Boheme, nicht die Boheme dorée, die einen Geld unter stützten ebenso schönen wie stilbewussten Müßiggang pflegt, sondern eine Boheme, die durch eine bestimmte affektive Kombi nation ausgezeichnet ist, durch ästhetische Verfeinerung und Hass auf das Bestehende, ist Gegenstand der folgenden Thesen. Wie jede radikalisierte Subjekt-Gruppe ist auch die Boheme nicht automatisch linker Politik zuzurechnen,...mehr

Selbstorganisation als anti-neoliberale Strategie und einige Fragen

Die Entscheidung, ein EU-Projekt als Rahmen für die politische Arbeit im Sinne der Stärkung und Förderung von Selbstorganisa tionen von MigrantInnen zu nutzen, war ein Wagnis. Die Richtli nien und Ziele des Equal-Programms orientierten sich nach der neoliberalen Logik der Aktivierung und der Kapitalisierung der Humanressourcen. Und in diesem Sinn war das Ziel der Transformation...mehr

„Aufschlüsse über die Wirklichkeit“

NGBK: Kollektives Kuratieren oder die Aktualität einer Satzung

Die Berliner Neue Gesellschaft für Bildende Kunst ist Produkt eines öffentlich ausgetragenen und von 1967–1969 andauernden Streits um die Gründung eines Berli ner Kunstvereins. Vor allem die Struktur der Satzung und die Zu sammensetzung des entscheidungsfähigen Gremiums waren um stritten. Dies führte zur Auflösung und Spaltung in den nach klassischem, sprich hierarchischem Modell verfassten Neuen...mehr

Kollektivkräfte in Buch und Netz

Rene Block, Angelika Nollert (Hg.): Kollektive Kreativität. Ausst.-Kat. Kunsthalle Friedericianum Kassel, 1. 5. – 17. 7. 2005, Berlin 2005 (Vice Versa Verlag). Matthias Grundmann, Thomas Dierschke, Stephan Drucks, Iris Kunze (Hg.): Soziale Gemeinschaften. Experimentierfelder für kollektive Lebensformen, Münster/Berlin 2006 (Lit Verlag). Blake Stimson, Gregory Sholette (Hg.): Collectivism after Modernism. The Art of Social Imagination after...mehr

Kunst- und Kulturpolitik

Aufenthaltsrecht von KünstlerInnen – Nichts Neues in Sicht?!

Ein Zwischenbericht

Was war: Mit dem Niederlassungs und Aufenthaltsgesetz (NAG), in Kraft getreten am 1. Jänner 2006, wurde die Niederlas sungsbewilligung für KünstlerInnen durch eine bloße Aufenthaltsbewilligung1ersetzt. Bereits bestehende Niederlassungsbewilli gungen von KünstlerInnen wurden auf eine Aufenthaltsbewilligung zurückgestuft. Wer der Ansicht war, dass diese Änderung auf grund des damit verbundenen, massiven Einschnitts in den (aufenthaltsrechtlichen) Status von...mehr

Sicher arbeitslos?

Eine Versicherungsleistung, gesetzliche Diffamierung inklusive

Auch wenn die Regierung gerade Schwie rigkeiten hat, irgendein Gesetz zu be schließen, sind doch viele Vorlagen auf dem Weg – und, zumindest per Ankündigung, einschneidende Veränderungen im Bereich der sozialen Absicherung geplant. Eines die ser Vorhaben betrifft die Arbeitslosenversi cherungsgesetzgebung – offenbar unter der Prämisse: Arbeitslose sind grundsätzlich faul, unfähig sich Arbeit zu suchen,...mehr

Zur Sache Kunst im öffentlichen Raum

Nach drei Jahren Projektarbeit wurde der Fonds für Kunst im öffentlichen Raum Wien durch eine GmbH ersetzt. Eine Erneuerung die Neues bringt?

Die Bandbreite von „Kunst im echten Leben“ reicht im Wiener Stadtgedächtnis von den Mosaiken in den Gemeindebauten der 1950er und 1960er Jahre über revitalisierende Bezirks und Grätzelkunst bis hin zur Franz West-Säule in Wien Mariahilf. Letztere ent stand durch die Budgetmittel des 2004 ein gerichteten Fonds Kunst im öffentlichen Raum Wien (KöR Wien). Allerdings gelang...mehr